Walter White, Dexter Morgan, Tony Soprano: Dank hochklassiger TV-Serien traut man es dem Publikum inzwischen zu, sich mit moralisch ambivalenten Charakteren auseinanderzusetzen.

Eine solche Figur wartet in "The Voices" auf die Kinogänger: Jerry Hickfang ist braver Angestellter einer Badewannenfabrik, der unter einer Schizophrenie leidet. Die inneren Dämonen, die diese Krankheit mit sich bringt, werden durch Tabletten im Zaum gehalten. Doch als Jerry feststellt, dass sein Leben ohne die Medikamente viel bunter ist, setzt er sie ab.

Als moralischer Kompass fungiert nun sein Hund Bosco, dessen Stimme Jerry plötzlich hören kann. So könnte er ein friedliches Leben führen, gäbe es da nicht die Katze Mr. Whiskers, die ihm Gedanken von Mord und Totschlag einflüstert.

Schwarzer Humor in bunten Bildern

Schwarze Komödien, die sich um Serienmörder drehen, gibt es seit "Arsen und Spitzenhäubchen" (1944). Den Versuch einer künstlerisch wertvollen Umsetzung der Idee hat man seither selten gesehen. Daran wagte sich die iranische Regisseurin Marjane Satrapi ("Persepolis"), welche die schizophrene Sicht ihres Protagonisten in Bonbonfarben zeichnet.

Satrapi beschränkt sich dabei nicht auf den Genrestandard grotesker Morde, sondern leuchtet die tragische Seite ebenso aus wie die komische - blutig geht es dabei trotzdem zu. Hauptdarsteller Ryan Reynolds - oft gescholten - liefert dabei eine One-Man-Show, die nachhaltig in Erinnerung bleibt.