Marseille im Sommer: Im Hafen liegt verlassen die "Aldébaran": Der zwielichtige griechische Reeder des alten Frachtschiffs ist Bankrott gegangen und hat die Mannschaft mit einer kläglichen Abfindung entlassen. Nur zwei Männer bleiben an Bord zurück, der libanesische Kapitän Abdul Aziz und sein zweiter Offizier, der verschlossene Grieche Diamantis. Einander misstrauisch beäugend richten sich die beiden auf dem riesigen Kahn ein. Und auch der türkische Matrose Nedim, der kurz vor seiner Heimreise von den Prostituierten Lalla und Gaby um sein gesamtes Geld betrogen wird, kehrt zerknirscht auf den Frachter zurück. Die Tage verstreichen, die Männer warten ab - ohne eigentlich zu wissen, worauf...

Die französische Regisseurin Claire Devers ("Schwarz und weiß", "Die Diebin von Saint Lubin") inszenierte diese düstere Geschichte nach einem Roman von Jean-Claude Izzo. Darüber hinaus ließ sie sich von verschiedenen Zeitungsmeldungen inspirieren, die über Seeleute berichteten, die von ihrem Reeder im Stich gelassen wurden. Heraus kam ein illusionsloses Drama über gestrandete Seeleute, die es nicht mehr schaffen, im "normalen" Landleben Fuß zu fassen. Überzeugend auch die Besetzung: Bernard Giraudeau ("Tropfen auf heiße Steine", "Marquise - Die Rolle ihres Lebens") überzeugt als einzelgängerischer Seemann, Audrey Tautou ("Die fabelhafte Welt der Amélie") verkörpert die schöne Prostituierte Laala und als Mariette ist die am 1. August 2003 verstorbene Marie Trintignant in einer ihrer letzten Rollen zu sehen.