Erzählt wird die Geschichte von John Wesley Powell, der sich 1869 mit neun Pfadfindern aufmachte, den genauen Flußverlauf des Colorado im Grand Canyon zu lüften. Am Ende dieser Höllenfahrt landeten die Boote der halb verhungerten Flußfahrer in der Unterwelt eines gigantischen Felsenlochs, aus dem es kein Entrinnen zu geben schien. Filmautor Ebert und ein Kamerateam des ZDF stellten die Ereignisse vor Ort nach.

Sie lieþen nach Powells alten Plänen robuste Boote mit wasserdichten Schotts (Dingis) nachbauen und stürzten sich in die Fluten. Wie der einarmige Geologe Powell und seine wagemutigen Pioniere kämpften sich auch ihre Nachfolger wie beim Rafting durch Dutzende reißender Stromschnellen, schleppten die schweren Dingis um tosende Wasserfälle, schwitzten in der glühenden Hitze der Felswüste und froren in eiskalten Regenstürmen. Boote zerschmetterten an Klippen, Proviant und Ausrüstung gingen verloren. Aber keiner der heutigen Abenteurer mußte mehr unter der beklemmenden Angst der Entdecker vor den Schrecken des Unbekannten leiden, die hinter der nächsten Biegung des Flusses lauerten. Heute bestaunen jährlich fast fünf Millionen Besucher das Natur-Weltwunder Grand Canyon, das Powell "Schlund der Hölle" schimpfte. Die Ute-Indianer nennen ihn "Ka-qu-rats" ("Alter Mann ohne Arm"), weil der Major im Bürgerkrieg einen Arm verloren hatte. Das Handicap hinderte den ehrgeizigen Geologen nicht daran, den letzten weißen Flecken auf der Karte des Wilden Westens zu tilgen.