Mehr als drei Monate hat der kurdische Teenager Bilal gebraucht, um zu Fuß vom Norden Iraks bis an den Ärmelkanal zu gelangen. Den abenteuerlichen Weg und die damit verbundenen Strapazen hat er nur auf sich genommen, um seiner Freundin Mina nach zu reisen. Denn die ist mit ihrer Familie nach Großbritannien emigriert. Genau da will Bilal nun auch hin, um dort eine Karriere als Fußballspieler in Angriff zu nehmen. Doch jetzt endet seine Reise an der Nordküste Frankreichs unerwartet: In Calais trennen ihn nur 34 Kilometer Wasser von seiner Liebe. Dass der Ärmelkanal trotz des starken Schiffsverkehrs nicht unüberwindbar ist, haben jedoch schon andere vor ihm bewiesen. So trainiert Bilal erst einmal im örtlichen Schwimmbad für seinen waghalsigen Plan. In dem Bademeister Simon, einst ein Ass im Schwimmen, findet er einen heimlichen Coach ...

Regisseur Philippe Lioret konzentriert sich in dieser Herz erwärmenden Geschichte auf das Schicksal illegaler Emigranten in Frankreich, zeigt dies bewusst aus der Perspektive des Einwanderers, der seine Schwierigkeiten hat, sich in der fremden Welt zurecht zu finden und erst über den Sport zu menschlicher Nähe findet. Lioret lieferte schon vorher mit Werken wie "Mademoiselle", "Die Frau des Leuchtturmwärters" oder "Keine Sorge, mir geht's gut" liebevoll beobachtete Porträts von ungewöhnlichen Menschen.

Foto: Arsenal