Am Grab der Mutter, die sich das Leben nahm
Am Grab der Mutter, die sich das Leben nahm

Wenn einer von uns stirbt, geh ich nach Paris

KINOSTART: 19.11.2009 • Dokumentarfilm • Niederlande, Deutschland (2007)
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Produktionsdatum
2007
Produktionsland
Niederlande, Deutschland
Kamera
Schnitt

Februar 1996: Eine Frau liegt wie aufgebahrt in ihrem Bett, die Haare gekämmt, die Lippen geschminkt. Ein Schock, sie hat sich selbst vergiftet. Ein Freitod, frei gewählt und doch nicht freiwillig. Erst Jahre später beginnt ihr Sohn Fragen zu stellen. Akten aus einem Kinderheim tauchen auf, Vertuschungen über sexuellen Missbrauch, ein verzweifelter Mordversuch. Der Sohn rekonstruiert das Leben seiner Mutter. Eine unglaubliche Geschichte kommt ans Licht ...

TV-Journalist Jan Schmitt ("Todkrank und abgeschrieben") begibt sich in seinem autobiographischen Dokumentarfilm auf die Spuren seiner Mutter Mechthild. "Wenn einer von uns stirbt, geh' ich nach Paris," so der Regisseur, habe seine Mutter im Scherz immer zu ihrem zweiten Ehemann gesagt, der dann erwiderte: "Aber dann mach’ es auch, geh' nach Paris, du kannst es." Als er stirbt, lebt sie weiter. Aber nicht in Paris. Aber warum brachte sie sich um? In Gesprächen mit seinen Schwestern, Jugendfreundinnen, Kolleginnen und mit Hilfe ihrer Tagebücher und Gutachten deckt Schmitt nach und nach auf, dass seine Mutter in ihrer Kindheit sexuell missbraucht wurde und sich nie von diesen schrecklichen Erinnerungen lösen konnte. Als dies die tief verzweifelte Frau nicht mehr aushielt, nahm sie sich das Leben. August Diehl spricht hier den Regisseur, Suzanne von Borsody liest aus den Tagebüchern und Meret Becker singt Lieder von "Element of Crime"-Frontmann Sven Regener.

Foto: Film Kino Text

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