Da haben sich David, Tino und Elyas aber einiges vorgenommen: Sie wollen gleich einen ganzen S-Bahn-Zug mit ihren Graffitis verzieren. Die drei Sprayer, die sich "Keep Steel Burning(KSB)-Crew nennen, reagieren damit auf die Herausforderung durch eine andere Gang, die in der Stadt aufgetaucht ist. Nun ist alles eine Frage der Ehre, denn in der Szene geht es um Ruhm und Respekt. Doch bei der Umsetzung ihres Plans müssen sich die Freunde nicht nur vor den Sonderfahndern der Polizei hüten, vielmehr risikieren sie für ihre Leidenschaft sogar ihr Leben...

Für die einen sind sie einfach nur Schmiererreien, die strafrechtlich verfolgt werden müssen, für die anderen sind sie Kunst: Graffiti, mit Sprühdosen aufgebrachte Malereien und Zeichnungen an Hauswänden, in Unterführungen, an Straßen- und S-Bahnen. Meist unerlaubt gesprüht, entstehen jährlich Sachschäden zwischen 200 und 500 Millionen Euro, ab und an kommen Graffiti-Sprüher auch schon mal unter die Räder eines Zuges - wie in München passiert, wo zwei Sprayer starben. Seit 2005 ist nun das Graffiti-Bekämpfungsgesetz in Kraft, dass das Sprühen komplett unter Strafe stellt. In diesem Kontext inszenierte Florian Gaag, der an der Tisch School of the Arts an der New York University studierte und selbst lange in der Münchner Sprüherszene aktiv war, sein Kinofilmdebüt, in dem er realistisch und authentisch - wie schon James Bolton in seinem Drama "The Graffiti Artist" - die Sprüherszene einfängt. Gaag sowie Kameremann Christian Rein und Kai Schröter (Schnitt) wurden für ihre Leistungen 2009 jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Foto: Movienet