Irgendwo in der französischen Provinz lebt Dachdecker Jean-Claude mit seinem reichlich merkwürdigen, jüngeren Bruder Kevin auf einem einsamen Bauernhof. Sie leben ohne großen Kontakt zu Außenwelt, der jüngere wird aufgrund seines sonderbaren Verhaltens - am liebsten streift er mit Walkman und Jagdgewehr durch den Wald - von den Dorfbewohner "Le chien" (der Hund) genannt. Als Jean-Claude nach einem nächtlichen Barbesuch die Altenpflegerin Michèle mit nach Hause bringt, hat dies nicht nur für das Bruderpaar bald ungeahnte Folgen ...

Zunächst als Kurzfilm geplant, realisierte der Franzose Christian Monnier mit einem Budget von 18000 Euro sein Kinodebüt. Die fehlenden Mittel merkt man dem Drama allerdings auch an. Wie ein Kammerspiel in der Enge des Bauernhofs inszeniert und nur von den Streifzügen des jungen Kevin in der Natur unterbrochen, zeichnet Monnier eine düstere und nicht immer glaubwürdige Dreiecksgeschichte, die von Gewalt und sexuellem Verlangen gekennzeichnet ist. Bei aller Freizügigkeit der Nacktszenen lassen die Charakterzeichnungen der Protagonisten zudem deutlich an Tiefe vermissen.

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