Eine kleine jugoslawische Stadt unter deutscher Besetzung: Die 17-jährige Lenka lebt mit ihrem kleinen blinden Bruder Mischa allein. Sie sind Halbjuden und Lenka weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie in einem der Todeszüge sitzen, die an der Stadt vorbeirollen. Sie will Mischa vor dem Grauen bewahren und malt ihm eine bunte Welt, die er sehen können wird, wenn sie in die Stadt fahren, um seine Augen zu operieren ...

Der italienische Regisseur Nelo Risi, der jüngere Bruder von Dino Risi ("Unser Boss ist eine Dame", "Der Duft der Frauen") inszenierte dieses bittere Drama nach einer Erzählung seiner Frau Edith Bruck. Die 1932 in Ungarn geborene, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Schriftstellerin und Drehbuchautorin wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und emigrierte nach der Befreiung in Bergen-Belsen nach Israel. Seit 1954 lebt sie in Italien, wo sie auch als Journalistin tätig war. In der Rolle der jungen Mutter Lenka überzeugt die seinerzeit 21-jährige Geraldine Chaplin in ihrer ersten Hauptrolle, nachdem sie durch ihre Rolle der Tonya in David Leans "Doktor Schiwago" international bekannt geworden war.

Foto: MDR/Degeto