Eigentlich ist Holger aus Berlin nach Süddeutschland gekommen, um seinen ungeklärten Beziehungskisten zu entkommen. Seinen Lebensunterhalt will er in einem Pflegheim verdienen. Doch ehe sich der charmante junge Mann versieht, sieht er sich erneut mit beziehungstechnischen Fragen konfrontiert: die Küchenhilfe Barbara hat ihn längst als Heilmittel gegen ihre eigene Einsamkeit auserkoren, während sich Holger eher zu seiner toughen Chefin, der Pflegedienstleiterin Petra, hingezogen fühlt. Noch dazu zieht jede Nacht ein musizierender Spuk durchs Pflegeheim. Da sind Verwicklungen natürlich vorprogrammiert...

Erneut ein Stück Improvisationskino des Regieduos Oliver Paulus und Stefan Hillebrand, das 2003 schon das Drama "Wenn der Richtige kommt" mit Isolde Fischer, die hier die Pflegedienstleiterin Petra gibt, ohne herkömmliches Drehbuch inszenierte. Mit vielen Laiendarstellern in dem Mannheimer Richard-Böttger-Pflegeheim gedreht, erscheint dieses Drama mit komödiantischen Einsprengseln stellenweise wie abgefilmte Realität, wobei die digitalen Aufnahmen nicht so das ganz große Kinogefühl aufkommen lassen. Die Darsteller sind durchaus glaubhaft - ihr Kino-Comeback feiert hier Pola Kinksi ("Bella Block - Bitterer Verdacht"), Tochter des unvergessenen Klaus Kinski und Halbschwester von Nastassja Kinski in der Rolle der Küchenhilfe Barbara - und ein besonderes Schmankerl sind die Auftritte der Mannheimer Band Mardi Gras.bb um Jochen Wenz als musizierender Spuk.

Foto: Arsenal