Über 1000 Jahre ist der Jakobsweg alt: Millionen Menschen aus ganz Europa sind ihn bis heute gegangen mit dem einen Ziel vor Augen: Die Kathedrale von Santiago de Compostela mit dem legendären Grab des Apostels Jakobus. Der Jakobsweg ist ein mühsamer Weg. Nachdem er die Pyrenäen überwunden hat, wendet er sich nach Westen, bis er nach über 800 Kilometern in Galicien am Ziel ist. Steile Pässe, endlose Ebenen unter einer sengenden Sonne, regennasse Tage auf aufgeweichten Straßen, eiskalte Winde auf den Höhen der Berge: Nichts bleibt dem Pilger erspart.In drei Monaten will Roman Weishaupt aus dem bündnerischen Degen in der Schweiz nach Santiago de Compostela wandern. Die Lust an der Herausforderung und die Hoffnung, sich selbst besser kennen zu lernen, treiben ihn an. Momente der Euphorie und der Genugtuung, ebenso wie Hader und Zweifel reflektiert Roman Weishaupt in seiner Muttersprache - dem Rätoromanischen - und gewährt damit intime Einblicke in seine Gefühlswelt ...

Immer mehr Menschen machen sich im Zeichen der Muschel jedes Jahr auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela, darunter auch so prominente Zeitgenossen wie etwa Hape Kerkeling, der seine Erfahrungen in dem Bestseller "Ich bin dann mal weg" schilderte. Natürlich ist jeder Traum eines Menschen legitim, zumal der freischaffende Regisseur, Schauspieler und Projektleiter von Theater- und Kulturprojekten Wieshaupt 2300 Kilometer zurücklegte (Kerkeling lediglich um die 630). Doch als Zuschauer stellt man sich schon bald die Frage, warum diese persönlichen Erfahrungen Gegenstand des ruhig in Szene gesetzten Dokumentarfilms von Bruno Moll sind. Hübsch anzusehen sind die mitunter die beeindruckenden Landschaftsbilder, die der Regisseur einfing, als er Weishaupt etappenweise begleitete, der auch Bilder mit seiner Digitalkamera einfing.

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