Der ehemalige Schuhhändler Joseph, 70 Jahre alt, führt ein geregeltes Rentnerdasein. Er lebt in der günstigen Mietwohnung seiner Schwester und vertreibt sich die Zeit mit seinen Freunden im Bistro. Doch als seine Schwester die Nase von seinem Sturkopf voll hat, will sie ihn aus ihrer Wohnung vertreiben. Doch sie hat die Rechnung ohne Joseph gemacht: Um wegen Fehlbelegung nicht ausziehen zu müssen, setzt er sich mit einem Verein in Verbindung, der alte und junge Menschen zusammenbringt. Gegen kostenlose Unterkunft sollen die Jungen den Alten helfen und ihnen Gesellschaft leisten. Die Lösung ist gefunden. Bleibt aber ein winziges Problem: das Zusammenleben mit einer Unbekannten. Diese heißt Marilyn, ist 20 Jahre alt, Landwirtstochter aus der Provinz und zieht schon kurz darauf in Josephs Wohnung ein, um in der Hauptstadt eine Ausbildung zur Maskenbildnerin zu absolvieren - am liebsten für Horrorfilme ...

Regisseurin Emilie Deleuze, die Tochter des berühmten französischen Philosophen Gilles Deleuze, inszenierte nach dem Drehbuch, an dem auch Maïté Maillé mitarbeitete, diese sensibel und unaufdringlich in Szene gesetzte Komödie, in der sich zwei Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Generationen gegen so manche Widerstände zusammen raufen. In der Hauptrolle des grantigen Joseph überzeugt der französische Kinostar Michel Galabru, der besonders durch seine Filme an der Seite von Louis de Funès bekannt wurde, Luce Radot gibt als Marilyn ihr überzeugendes Filmdebüt und die aus Quebec stammende Alexandra Stewart ("Exodus", "Frantic") spielt Josephs boshafte Schwester mit Inbrunst.

Foto: arte F/Julien Depaix