Ben Foster

Benjamin A. Foster
Geboren: 29.10.1980 in Boston, Massachusetts

Die Gesichtszüge kantig, das Kinn markant - Typ "aalglatter Sunnyboy" ist Ben Foster definitiv nicht. Auch dank seiner rötlichen Haaren und dem hellen, britisch-anmutenden Teint sticht der Charakterkopf unter Hollywoods Schauspielern hervor. Doch nicht nur seine Optik ist ausducksstark und wandlungsfähig, auch sein Spiel. In seinen Rollen spielt er nie halbherzig, sondern stets kraftvoll und energiegeladen. Ob Psychopath, Killer oder Amokläufer - auch komplexen Rollen haucht Ben Foster überzeugend und mit vollem Körpereinsatz Leben ein.

Geboren in Boston, zog der Sohn der Restaurantbesitzer Gillian und Steven Foster im Alter von vier Jahren mit seiner Familie von der Ostküste in den Mittleren Westen nach Iowa. Mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Jon, ebenfalls Schauspieler, wuchs er dort auf. Erzogen wurde er im jüdischen Glauben, ganz im Sinne seiner Großeltern väterlicherseits, die einst aus Russland emigrierten.

In dem ländlichen Fairfield entdeckte Benjamin A. Foster die Schauspielerei für sich. In der Kleinstadt, in der es vier Theater gab, konnte Ben seiner Leidenschaft für das Theaterspielen nachgehen. Mit acht Jahren stand er auf der Bühne, drei Jahren später spielte er in dem Theaterstück "You're A Good Man, Charlie Brown" seine erste Hauptrolle. Doch das reichte ihm nicht. Mit zwölf Jahren erarbeitete er sein erstes Drehbuch, führte selbst Regie und übernahm die Hauptrolle. Der Ehrgeiz des jungen Schauspieltalentes wurde belohnt: Sein Theaterstück gewann den zweiten Platz in einem internationalen Wettbewerb.

Mit 16 Jahren schickte er sein selbstgemachtes Demo-Band an eine Casting-Direktorin. Diese war von Bens Talent derart überzeugt, dass sie ihn für die Pilotfolge der Disney-Produktion "Tucker James, der Highschool-Blitz" vorsprechen ließ. Er bekam den Zuschlag für die Rolle. Kurzerhand brach er die High School ab und folgte dem Ruf Hollywoods und zog nach Los Angeles. Zwei Staffeln mimte er in der Jugendserie die Figur des Tucker James.

Es folgten immer wieder kleinere TV-Rollen, ehe er 2001 für die Hauptrolle in der Hollywood-Schnulze "Ran an die Braut" an der Seite von Kirsten Dunst ausgewählt wurde. Sowohl vor, als auch hinter der Kamera lernten sich Foster und Dunst kennen und lieben und waren daraufhin einige Zeit liiert. Auch mit dem Job lief es fortan gut: Nachdem der Sprung auf die Kinoleinwand geschafft war, ließen die Engagements für große Produktionen nicht lange auf sich warten.

2003 spielte er in dem Thriller "11:14" mit, 2004 folgte die Rolle in "The Punisher". Spielte er bislang nur in Nebenrollen stark auf, zog er 2005 in "Hostage - Entführt" eine weitere Hauptrolle an Land. Als Widersacher macht er Bruce Willis und Kevin Pollak als psychopathischer Geiselnehmer Mars Krupcheck das Leben schwer. Spätestens jetzt waren die letzten Zweifler von seinem Talent überzeugt.

Doch nicht nur auf der Kinoleinwand, auch im TV erspielte sich Foster einen Namen. 2003 bis 2005 wirkte er in der preisverwöhnten Dramedyserie "Six Feet Under - Gestorben wird immer" für 22 Episoden in einer wiederkehrenden Rolle Russell Corwin als Nebendarsteller mit.

Dass Arbeit auch Erholung sein kann, stellte er 2006 bei den Dreharbeiten zu "X-Men: Der letzte Widerstand" fest. "Der Dreh war wie Urlaub. Als würde ich für sechs Monate in einem Vergnügungspark leben. Ich musste nur herumfliegen und fiese Typen in den Hintern treten." In dem dritten Mutanten-Abenteuer mimte Foster den fliegenden Mutanten Angel und präsentierte sich von seiner durchtrainierten Seite, während er 2007 in dem Western "Todeszug nach Yuma" mit Christian Bale und Russell Crowe durch den Wilden Westen Arizonas zog.

In dem Kriegsdrama "The Messenger - Die letzte Nachricht" glänzte Foster 2009 ein weiteres Mal als ausdrucksstarker Grenzgänger. An der Seite von Woody Harrelson mimt er den Kriegsheimkehrer Will Montgomery. Dieser überbringt nach seiner Rückkehr aus dem Irakkrieg Todesbotschaften an die hinterbliebenen Familien. Die Oscar-Nominierung heimste Harrelson ein - dabei zeigte Foster auch dort erneut starke Leistung als psychisch-verletzte Persönlichkeit.

2011 agierte Foster zusammen mit Donald Sutherland für "The Mechanic" als angehender Profikiller vor der Kamera, 2012 zeigte er neben Mark Wahlberg und Kate Beckinsale im Action-Thriller "Contraband" sein Können und komplettierte in dem Liebesdrama "360" den namhaften Schauspielerreigen mit Anthony Hopkins, Jude Law und Moritz Bleibtreu.

In dem zweifach Oscar-nominierten "Lone Survivor" (2013, dt. Kinostart: 20. März 2014) ist Ben Foster erneut in seinem Element: In dem US-amerikanischen Kriegsfilm spielt er den Scharfschützen Matthew Axelson. In dem gleichnamigen Tatsachenbericht des ehemaligen United States Navy SEALs Marcus Luttrell übernahm er neben Mark Wahlberg, Taylor Kitsch ("Savages") und Emile Hirsch eine Hauptrolle.

Seit 2012 ist Ben Foster mit Schauspielerin Robin Wright zusammen. Im Dezember 2013 wurde bekannt, dass sich Foster mit der fast 15 Jahre älteren Schauspielkollegin verlobt hat.

Ben Foster hat einen Hang zu alten Filmen. So sind es nicht actiongeladene Blockbuster, die ihn faszinieren. Stattdessen zählen alte Komödien aus den Sechziger bis Ende Siebziger Jahren wie "Dr. Seltsam oder Wie ich lernte, die Bombe zu lieben" (1964), "Husbands" (1970) und "Reichtum ist keine Schande" (1979) zu seinen Lieblingsfilmen.

Weitere Filme mit Ben Foster: "Kounterfeit" (1996), "Frühstück mit Einstein" (1998), "Liberty Heights" (1999),"Voll daneben voll im Leben" (Serie, 1999),"Jede Menge Ärger" (2000), "Bang, Bang, Du bist tot", "The Laramie Project" (alle 2002), "Northfork", "Nicht auflegen!", "The Heart Is Deceitful Above All Things" (2004), "Dead Zone" (Serie, 2005), "Das Herz ist eine hinterlistige Person" (2005), "Alpha Dog - Tödliche Freundschaft" (2006), "My Name Is Earl" (Serie, 2007), "30 Days of Night" (2007), "Birds of America" (2008), "Pandorum" (2009), "Here", "Rampart - Cop außer Kontrolle" (beide 2011), "Robot Chicken" (Serie, 2012), "Ain’t Them Bodies Saints", "North of South, West of East", "Kill Your Darlings", "Lone Survivor" (alle 2013).

Foto: Kinowelt


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