Frank Castle ist ein knallharter Cop und wohl der beste seines Faches. Doch als durch sein Verschulden der Sohn eines Mafioso getötet wird, radiert der Superverbrecher auf Anraten seiner Frau Castles gesamte Familie aus. Einziger Überlebender: Frank Castle selbst. Wieder halbwegs genesen, beginnt Castle einen gnadenlosen Rachefeldzug. Hier spielt er nicht den Rächer, sondern er will - wie er selbst sagt - bestrafen...

Dass Selbstjustizfilme nicht jedermanns Sache sind, ist fast schon so alt wie das Kino selbst. Dass aber das Gremium der deutschen FSK (Freiwillige Selbstkontrolle) diesem Film noch nicht einmal eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt, ist schlichtweg unverschämt. Zugegeben, einige Szenen sind ziemlich hart, aber bei diesem Werk ist eigentlich klar, dass es sich um eine Comicverfilmung handelt und somit der Realitätsanspruch nicht sonderlich hoch ist. Drehbuchautor Jonathan Hensleigh, aus dessen Feder bislang Dumpfbacken-Kino wie "The Rock - Fels der Entscheidung" und "Armageddon - Das jüngste Gericht", aber auch spaßig-übertriebene Streifen wie "Stirb langsam - Jetzt erst recht" stammen, gelang mit seinem Regiedebüt eine wirklich adäquate Verfilmung des düsteren (Erwachsenen-)Comics, der von Autor Garth Ennis zu neuen Höhen geführt wurde. Markige Sprüche, eine leidende Hauptfigur, schräge Nebenfiguren und ein finsterer Bösewicht (wieder besonders gut: John Travolta) sorgen für beste Unterhaltung.

Foto: Columbia TriStar