Cosma Shiva Hagen

Cosma Shiva Hagen - nicht so crazy wie ihre Mutter Nina. Vergrößern
Cosma Shiva Hagen - nicht so crazy wie ihre Mutter Nina.
Fotoquelle: vipflash/shutterstock.com
Cosma Shiva Hagen
Geboren: 17.05.1981 in Los Angeles, USA

Auch ohne Schauspielausbildung wurde Cosma Shiva Hagen innerhalb kürzester Zeit zu einer der gefragtesten Nachwuchsschauspielerinnen Deutschlands. Ihre noch junge Karriere umfasst bereits Arbeiten der unterschiedlichsten Genres und - unterschiedlichster Qualität. Die Tochter der Rocksängerin Nina Hagen verbrachte ihre Jugend in London, Berlin, Paris, auf Ibiza, in einem Internat bei Lüneburg und schließlich in Hamburg. Nach dem simplen Hauptschulabschluss brach sie ihre schulische Laufbahn ab und wurde Schauspielerin. Ihr TV-Debüt gab sie als drogenabhängige Jugendliche in "Crashkids" (1996) von Petra Haffter.

1998 hatte Cosma Shiva Hagen in der ausgesprochen unlustigen, aber durchaus erfolgreichen Komödie "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit" von Marc Rothemund ihre erste Kinorolle. Wesentlich besser war sie in Jo Baiers hochgelobter TV-Miniserie "Der Laden" (1998). Cosma Shiva Hagen machte in ihren Rollen immerhin so viel Eindruck, dass sie 1998 mit der Goldenen Kamera als bester Nachwuchsstar ausgezeichnet wurde. Zu ihren besseren Rollen zählte auch der TV-Thriller "Todesengel" (1998) mit Ulrich Mühe. Schon merklich schrottiger war die Produktion "Sweet Little Sixteen" (1999). Wieder mit Ulrich Mühe sah man sie in "Einfach raus" (1999) und im Jahr darauf in Joseph Vilsmaiers Kinoflop "Marlene". Außerdem kam Cosma Shiva Hagen die Ehre zu, in der deutschen Fassung des Disney-Zeichentrickfilms "Mulan" die Titelheldin sprechen zu dürfen.

Cosma Shiva Hagens nicht alltägliche Vornamen gehen auf ein Erlebnis zurück, dass Mutter Nina gehabt haben will, als sie im vierten Monat schwanger war. Damals habe sich ihr ein UFO genähert, und die ganze Nacht habe sich die durchgeknallte Nina nicht bewegen können. Diesem wahrhaft kosmischen Ereignis verdankt Ninas Tochter den Namen Cosma. Dagegen ist Shiva eine hinduistische Gottheit; auch das ist gewissermaßen kosmisch. Doch nicht nur Cosma Shiva Hagens Mutter entstammt der allgemeinen TV- und Musik-Prominenz. Ihre Großmutter Eva Maria Hagen war bereits Schauspielerin, und ihr Ziehvater ist der Polit-Barde Wolf Biermann.

Weitere Filme mit Cosma Shiva Hagen: "Tatort - Martinsfeuer" (1999), "Bella Block - Schuld und Liebe" (2000), "Berlin Abschnitt 40", "Die fabelhaften Schwestern", "Rosa Roth - Die Abrechnung" (alle 2001), "Tatort - Todesfahrt", "Das letzte Versteck" (beide 2002), "Nachtschicht - Amok!" (2003), "7 Zwerge - Männer allein im Wald" (2004), "Short Order - Das Leben ist ein Buffet" (2005), "Karol Wojtyla - Geheimnisse eines Papstes", "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" (2006), "Der Bibelcode" (2007), "Speed Racer", "Die Weisheit der Wolken", "Fire!" (alle 2008), "Schade um das schöne Geld", "WinneToons - Die Legende vom Schatz im Silbersee" (Sprecherin), "Lutter - Mordshunger", "Nachtschicht - Wir sind die Polizei" (alle 2009), "Einsatz in Hamburg - Rot wie der Tod", "Hexe Lilli - Die Reise nach Mandolan" (beide 2010), "Schief gewickelt" (2011), "Mordkommission Istanbul - Rettet Tarlabasi" (2013). 1999 spielte sie übrigens eine Rolle in der TV-Serie "Dr. Stefan Frank - Der Arzt, dem die Frauen vertrauen", 2002 übernahm sie die Rolle der Nine in der TV-Kinderserie "Politibongo".

Interview zur Ausstrahlung des TV-Zweiteilers "Der Bibelcode".

Prisma: Kürzlich wurden Sie von einem Boulevard-Magazin zur "schönsten Frau Deutschlands" gekürt...
Cosma Shiva Hagen: Ja, aber nur weil die das behaupten, muss es nicht stimmen.

Prisma: Hat die Prominenz Ihrer Mutter eigentlich Ihre Berufswahl erleichtert?
Cosma Shiva: Nein, die entstand aus der Teenager-Haltung heraus, alles andere als Schule machen zu wollen. So habe ich mit kleinen Rollen mein Taschengeld aufgebessert. Dafür war meine Oma verantwortlich. Die hat mich zu Castings geschickt, und ich habe aus Lust und Laune zugestimmt. Erst nach größeren Rollen in ,Das merkwürdige Verhalten…‘ und ,Der Laden‘ habe ich angefangen, mich ernsthaft mit der Schauspielerei auseinanderzusetzen.

Prisma: Und woher stammt Ihre soziale Ader?
Cosma Shiva: Die habe ich von meiner Mutter. Sie war auch stets sozial engagiert. Ich habe mich irgendwann für den Kontinent Afrika interessiert, der sehr stark ausgebeutet wird und wo die Menschen ein ganz anderes Lebensverständnis haben. Mich faszinieren die Menschen, die trotz der widrigen Umstände ,Ja‘ zum Leben sagen und glücklich wirken, obwohl sie eigentlich vom Pech verfolgt sind. Ich wundere mich auch über die Politiker, die Entwicklungshilfe verweigern, obwohl wir zu großen Teilen für die oft furchtbare Situation der Dritten Welt mitverantwortlich sind. Also dachte ich mir, dass ich karitativ tätig werden sollte, auch wenn das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Prisma: Haben Sie die Rolle in "Der Bibelcode" so überzeugend spielen können, weil es zu Ihrem Leben Parallelen gab, etwa der Tod des Vaters?
Cosma Shiva: Komischerweise habe ich da überhaupt nicht dran denken müssen. Ich habe nur oft gemerkt, dass da einiges zusammenpasst.

Prisma: Mystizismus ist wieder in. Basiert die Geschichte auf Fakten?
Cosma Shiva: Es gibt ein Buch über das Thema. Darin wird behauptet, dass man einige Ereignisse unter Berücksichtigung der Bibel hätte vorhersehen können. Aber wie meist bei derartigen Theorien ist dies eine Glaubensfrage - wie auch bei Nostradamus.

Prisma: Wie sind Sie mit Ihrem ungewöhnlichen Vornamen zurechtgekommen?
Cosma Shiva: Na ja, heute heißen die Kinder der Hollywood-Stars nicht viel anders. Da bin ich eigentlich noch gut weggekommen. Damals kannte ich nur Hunde, die so gerufen wurden. Die gehörten meistens irgendwelchen Punks, die Nina-Hagen-Fans waren. Allerdings hat Cosma schon eine Bedeutung: Er kommt aus dem Griechischen und bedeutet 'Chaos'.

Prisma: Wie haben Sie als Kind das bunte Leben Ihrer Mutter wahrgenommen?
Cosma Shiva: Ich kannte nichts anderes. Für mich war das der Normalzustand. Im Nachhinein hatte es viel Positives. Ich spreche vier Sprachen, fühle mich schnell überall zu Hause und kann mit verschiedensten Menschen umgehen. Ist doch toll!

Prisma: Ist es Fluch oder Segen, Nina Hagens Tochter zu sein?
Cosma Shiva: Das ist wirklich schwer zu beantworten. Eigentlich beides. Jeder hat seine Probleme mit den Eltern, lernt aber auch die guten Seiten zu schätzen. So wollte ich spießig sein, um zu rebellieren. Man muss die eigene Biografie schätzen, weil man ohne sie eine ganz andere Person wäre.
Interview: Stephan Mertens

 


Alle Filme mit Cosma Shiva Hagen

 

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