Die Rolle des Karl Königsberg im Duisburger "Tatort" machte Ulrich Matschoss bekannt.
Fotoquelle: WDR

Ulrich Matschoss

Lesermeinung
Geboren
16.05.1917 in Wanne-Eickel, Deutschland
Gestorben
01.07.2012 in 
Sternzeichen
Biografie

Seine wohl bekannteste Rolle ist die des Kriminaloberrats Karl Königsberg in dem Duisburger "Tatort - Duisburg-Ruhrort" an der Seite von Götz George als Horst Schimanski: Ulrich Matschoss. Von 1981 bis 2000 schlüpfte der Charakterdarsteller in 15 Krimis um den rauen Ermittler in die Rolle des väterlichen Vorgesetzten, der auch gern mal ein Auge zudrückt.

Allerdings wäre es verkehrt, Matschoss allein auf diese Rolle zu reduzieren, denn der Mime begann mit dem Schauspiel bereits in der Zeit seiner kanadischen Kriegsgefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde. Der Neuanfang war nicht einfach, doch dann gelang Matschoss der Sprung ans Badische Staatstheater Karlsruhe, wo er fünf Jahre auf der Bühne zu sehen war, anschließend folgten mehrjährige Stationen in Lübeck (1955-1962), am Württembergischen Staatstheater Stuttgart (1962-1970) und schließlich am Thalia-Theater in Hamburg.

Sein Fernsehdebüt gab Ulrich Matschoss Ende der Fünfzigerjahre in "Raskolnikoff" (1959) von Franz Peter Wirth, anschließend wurde er immer wieder gern in den Rollen von Honoratioren wie etwa schon früh als Inspektor in Theo Mezgers "Zeitsperre" (1965), als titelgebender Richter in Hansgünther Heymes Drama "Der Tod des Iwan Iljitsch" (1967) oder als Ministerpräsident in Eberhard Itzenplitz' "Prüfung eines Lehrers" (1968). Theo Mezger besetzt Matschoss erneut in seinem gelungenen Dokumentarspiel "Der Fall Liebknecht - Luxemburg" (1969), und unter der Regie von Wirth sieht man ihn im gleichen Jahr in der Satire "Die Zimmerschlacht" und in Rainer Erlers "Der Attentäter".

Viele weitere Auftritte in TV-Filmen folgten in den Siebzigerjahren, auch in diesen Werken ist Matschoss wieder in den für ihn typischen Rollen zu sehen: Er gibt den Generalstaatsanwalt in dem TV-Zweiteiler "Recht oder Unrecht" (1970), Rainer Wolffhardt besetzte in als Psychiater in "Mandala" (1972), in "Gabriel" (1973) ist er der Polizeidirektor, ebenfalls 1973 spielte er den Geheimdienstchef Novak in "Ein Schweizer wie bestellt", gar Minister von Stein ist er in Erich Neureuthers "Der Edison von Schöneberg" (1973). Regisseur Peter Beauvais besetzte Matschoss schließlich 1977 in seinem bedrückenden Gesellschaftsdrama "Rückfälle" an der Seite von Günter Lamprecht, und zwischen den zahlreichen "Tatort"-Episoden in den Achtzigern fand Matschoss auch noch Zeit, in die Rolle eines Landrichters in Dieter Wedels Krimi "Schwarz Rot Gold - Nicht schießen!" (1985) zu schlüpfen.

Darüber hinaus war Matschoss immer wieder in TV-Serien zu sehen, so etwa als Wilhelm "Willi" Dannecker in "Mit Leib und Seele" (1989-1990), als Prof. Hermann Lüders in "Hallo, Onkel Doc!" (1994-1998), oder als Paul Hagemann in "Lady Cop" (1999-2000). Und selbst im hohen Alter stand Matschoss noch vor der Kamera, so etwa in Jon Avnets US-Thriller "Red Corner - Labyrinth ohne Ausweg", in dem Alzheimer-Psychodrama "Reise in die Dunkelheit" (beide 1997), in Stefan Ruzowitzkys Horrorthriller "Anatomie" (1999), in der Krimkomödie "Ich beiß zurück" (2000) und in dem Psychokrimi "Die Mutter" (2002). Matschoss' letzte Rolle war die des Vaters von Heiner Lauterbach in dem Familiendrama "Die Entführung" (2006).

Die "Tatort"- und "Schimanski"-Krimis mit Ulrich Matschoss: "Tatort - Grenzgänger" (1981), "Tatort - Kuscheltiere" (1982), "Tatort - Kielwasser" (1984), "Tatort - Zweierlei Blut", "Doppelspiel" (1985), "Tatort - Der Tausch", "Tatort - Freunde", "Tatort - Schwarzes Wochenende" (alle 1986), "Tatort - Spielverderber" "Tatort - Zahn um Zahn" (beide 1987), "Tatort - Der Pott", "Tatort - Gebrochene Blüten", "Tatort - Moltke" (alle 1988), "Schimanski muss leiden" (2000).

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