Schimanski und Thanner werden mit einem Fall konfrontiert, der lange zurückliegt und den sie nicht aufklären konnten: 1978 wurde bei einem Überfall auf einen Supermarkt einer der Täter schwer verletzt und daraufhin vom Anführer der Bande exekutiert. Die Täter konnten entkommen - bis auf den Polen Zbigniew Pawlak, der bis zum Eintreffen der Polizei neben seinem toten Bruder ausharrte. Während der anschließenden Ermittlungen war aus Pawlak kein Wort herauszubringen. Die Presse verpasste ihm daraufhin den Spitznamen "Moltke", den er auch während seiner Haftstrafe behielt, da er weiterhin beharrlich schwieg. Als Pawlak aus dem Gefängnis entlassen wird, kennt er nur noch ein Ziel: den Mörder seines Bruders zu töten. Schimanski weiß das und muß die Tat verhindern. Als die anderen Weihnachten feiern, beginnt ein Wettlauf zwischen den beiden Männern, bei dem der Pole stets einen kleinen Vorsprung hat. Zwei Mittäter präsentiert er der Polizei. Als beide später ums Leben kommen, liegt der Verdacht nahe, daß "Moltke" der Mörder ist. Schimanski glaubt - im Gegensatz zu Thanner - nicht daran. Deshalb lässt er sich auf einen riskanten Pakt ein ...

Als Regisseur Hajo Gies 1981 mit der "Tatort"-Episode "Duisburg-Ruhrort" den ruppigen Duisburger Kommissar Schimanski einführte, der auf recht unorthodoxe Methoden zurückgriff, um seine Fälle zu lösen, ahnte noch niemand, dass mit diesem raugbeinigen neuen Ermittlertyp eine enzigartige Erfolgsgeschichte begann, die in insgesamt 15 Krimis endete, die Gies mit George im Laufe der folgenden Jahre realisierte. Auch in "Moltke" lässt sich Schimanski, einmal mehr von Gött George kraftvoll und mit Biss verkörpert, wieder auf ein waghalsiges Spiel ein ... und behält am Ende Recht. Als sein in sich ruhender Gegenpol, der so gar nichts von den Methoden des Kollegen hält, ist wie immer der unvergessene Charakterdarsteller Eberhard Feik in der Rolle des Thanner zu sehen. Achten Sie auf Dieter Bohlen in einer kleinen Rolle als blonder Schönling!

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