Das Privatleben von Schimanski (Götz George, Foto) verläuft endlich einmal außergewöhnlich harmonisch: Er lebt augenblicklich mit dem Top-Fotomodell Veronique zusammen. Zu ihrem Sohn Simon aus der geschiedenen Ehe mit einem Industriellen hat Schimanski ein besonders enges Verhältnis. Aber dann geschieht etwas, das die Situation vollkommen verändert. Eine militante Gruppe, wahrscheinlich Orientalen, versucht, einen renommierten Physiker gewaltsam aus dem Gefängnis zu befreien, wo er wegen eines unter Alkoholeinfluss verursachten Unfalls mit Todesfolge und Fahrerflucht einsitzt. Die Aktion misslingt, aber ein Gefängnisbeamter und einer der Täter zahlen mit dem Leben. Schimanski und Thanner tappen bei ihren Ermittlungsarbeiten im Dunkeln, doch dann wird plötzlich Veroniques Sohn entführt ...

Whow, Schimanski hat tatsächlich ein Privatleben - und es wird sogar gezeigt. Den weiblichen Fans des Duisburger Kommissars wird es wahrscheinlich nicht sonderlich gefallen, wenn sich der muskulöse Ermittler in den Anfangssequenzen mit seiner Freundin im Bett vergnügt. Erst später erkennt der Zuschauer in dieser spannenden Episode von Ilse Hofmann, die nach "Tatort - Grenzgänger" ihren zweiten Krimi um das beliebte Ermittler-Duo inszenierte, die Zusammenhänge. Die machen es notwendig, dass Schimanski einmal mehr ohne Rückendeckung durch seine Kollegen vorgehen muss. Ein gefährliches Unterfangen! Am Drehbuch war neben Hartmut Grund einmal mehr Nebendarsteller Chiem van Houweninge ("Hänschen") beteiligt, in der Rolle des Models Veronique ist die Französin Yolande Gilot ("Ein pikantes Geschenk"), die lediglich in den Achtzigerjahren als Schauspielerin auftrat, in einem einmaligen "Schimanski"-Gastspiel zu sehen. Sehr erfolgreich war übrigens der Titelsong dieser Folge, den Dieter Bohlen für den Ex-Smokie-Sänger und Gitarristen Chris Norman schrieb: "Midnight Lady" war sechs Wochen lang die Nummer Eins in den deutschen Single-Charts.

Foto: WDR