Der Arzt Dr. Waldorf erscheint im Büro von Schimanski und Thanner und erhebt wirre und sehr allgemeine Anklagen gegen vorsätzliche Umweltverschmutzung: Verklappung von Giftstoffen in den Rhein, die zum Tod eines seiner Patienten geführt habe. Offensichtlich ein hysterischer Weltverbesserer - die beiden Kommissare erklären sich für nicht zuständig. Als Waldorf wenig später ermordet in seiner Praxis aufgefunden wird, bekommt die Anklage eine anderes Gewicht. Verdächtig ist Baumgarten, der Direktor des Abfallverwertungsbetriebes, in dessen Auftrag mehrere Patienten des Arztes, darunter der an Krebs verstorbene Rheinschiffer Kaiser, regelmäßig Ladungen mit giftigen Abfallstoffen verschifft haben. Ein Besuch an Bord bei Kaisers Witwe bringt Schimanski keine neuen Erkenntnisse darüber, ob sich Kaiser gemeinsam mit seinem Auftraggeber strafbar gemacht hat. Schimanski muss sich auf andere Weise Gewissheit darüber verschaffen, wie Baumgartens "Abfallverwertung" funktioniert. Jacky Ruhl, Waldorfs charmante ehemalige Sprechstundenhilfe, zeigt auffälliges Interesse am Fortgang der Ermittlungsarbeiten. Aber bevor der Mord an Waldorf aufgeklärt werden kann, wird auch Baumgarten umgebracht. Für die Kommissare scheinen die Motive klar zu sein: Vertuschung von krimineller Umweltverschmutzung im größeren Stil. Aber wer waren der oder die Täter?

"Kielwasser" war nach "Tatort - Duisburg-Ruhrort", "Tatort - Der unsichtbare Gegner" und "Tatort - Kuscheltiere" der vierte "Tatort"-Krimi, den Regisseur Hajo Gies mit dem Duisburger Duo Schimanski/Thanner in Szene setzte. Nach dem Buch von Nebendarsteller Chiem "Hänschen" van Houweninge, der schon die Vorlage für "Kuscheltiere" geliefert hatte, entstand ein spannendes Werk, der die Problematik der Umweltverschmutzung in den Kriminalfilm einfügt. Van Houweninge verfasste später weitere "Tatort"-Scripts, so etwa für die Episoden "Der Tausch" (1986), "Medizinmänner" (1990) und "Bis zum Hals im Dreck" (1991).

Foto: WDR