Krankheit, Krieg, Klimawandel: Das echte Leben hält eigentlich ja schon genug bereit, wovor man sich fürchten kann. Wer zu viel Zeit im Internet verbringt, fürchtet sich aber oft auch vor ganz anderen Sachen – Dinge, von denen die allermeisten Menschen gar nicht wissen, dass sie überhaupt existieren. Die "Backrooms" ("Hinterzimmer") zum Beispiel, in die sich jetzt auch Hollywoodstar Chiwetel Ejiofor ("12 Years A Slave") verirrt.
Der Ursprung der "Backrooms" führt in die Welt der sogenannten "Creepypasta": gruselige Internet-Mythen, in denen es um Figuren wie den Slender Man oder Jeff the Killer geht, um verlassene Freizeitparks, um merkwürdige "Challenges" und Experimente. Es ist die Art Stoff, die Teenager sich gegenseitig auf ihren Smartphones zeigen. Sofern Eltern überhaupt etwas davon mitbekommen, reagieren sie meist nur mit Schulterzucken und Augenrollen. Die "Backrooms"-Legende schafft nun dank Nachwuchs-Regisseur Kane Parsons aber doch den Sprung auf die große Leinwand.
Bei den "Backrooms" geht es im Grunde um die Angst, durch einen "Glitch" in ein endloses System aus tristen, modrig-muffeligen gelben Büroräumen gesaugt zu werden. Eine Art Paralleluniversum, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Und genau dort landet jetzt Clark (Eijofor), ein alkoholkranker Möbelverkäufer mit kaputter Ehe. Um ihn zu retten, muss Therapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) ihrem Patienten Clark irgendwie in die "Backrooms" folgen.
Regisseur Kane Parsons startete bereits 2022 eine YouTube-Videoserie mit dem Titel "Backrooms" und wurde bald darauf von mehreren Studios kontaktiert, um darauf aufbauend einen Gruselfilm im klassischen Kinoformat zu drehen. Ein gewagtes Projekt, das aber schon jetzt ein voller Erfolg ist: Die Produktion des Films kostete etwa zehn Millionen Dollar, das weltweite Einspielergebnis liegt nach dem US-Start im Mai bereits bei über 260 Millionen Dollar.