Treffen sich regelmäßig zu ihrem Bücherclub (von links): Diane (Diane Keaton), Sharon (Candice Bergen), Vivian (Jane Fonda) und Carol (Mary Steenburgen).
Vier Damen über 60 finden durch ein Buch zurück zu Liebe und Leidenschaft.

Book Club - Das Beste kommt noch

KINOSTART: 13.09.2018 • Komödie • USA (2018) • 105 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Book Club
Produktionsdatum
2018
Produktionsland
USA
Budget
10.000.000 USD
Einspielergebnis
78.720.293 USD
Laufzeit
105 Minuten

Filmkritik

Fifty Shades of Grey Hair
Von Diemuth Schmidt

"Fifty Shades of Grey" bringt vier gestandene Frauen über 60 in der starbesetzten Komödie "Book Club – Das Beste kommt noch" wieder ins Spiel.

Eigentlich wollten sie sich bei ihren regelmäßigen Treffen zum "Book Club" nur ein bisschen miteinander über Literatur unterhalten. Doch dann katapultiert der Erotik-Bestseller "Fifty Shades of Grey" die vier langjährigen Freundinnen hinaus aus der Prä-Christian-Grey-Ära in eine unbekannte Sphäre, in der auch Frauen über 60 Jahren ein Recht auf Liebe und Leidenschaft haben. Alles scheint möglich in Bill Holdermans Debütfilm, der auch vor einem kitschigen Happy End nicht zurückschreckt. Aber langsam, blättern wir noch mal ein paar Kapitel zurück ...

Sie sind schon eine witzige Truppe, die vier distinguierten Damen, die sich monatlich in Los Angeles zum "Book Club" in einer ihrer luxuriösen Wohnungen treffen, um bei viel Wein über ausgewählte Bücher zu sprechen. Männer sind bei diesen Treffen eher selten das Thema. Die Frauen haben es sich in ihrem Leben gut einrichtet und sehen keinen Anlass, ihre Komfortzone zu verlassen.

Schauspielerin Diane Keaton verkörpert als Diane ihr eigenes dramatisiertes Ich. Das geht so weit, dass Keatons Look mit Rollis und Hosenanzug übernommen wird. Die Film-Diane findet nach dem Tod ihres Mannes gerade Geschmack an einem Leben allein, wird aber von ihren beiden erwachsenen Töchtern bedrängt, zu einer von ihnen zu ziehen, weil sie sich doch um sie kümmern wollen.

Diane ist unsicher, wie sie sich verhalten soll, empfindet es aber als unangenehm, von den Kindern wie eine unmündige Alte behandelt zu werden. Diese Probleme kennt Sharon (Candice Bergen) nicht. Sie hat sich auf ihre großartige Karriere als Bundesrichterin konzentriert und das Partnerschaftsding als einen Bereich, in dem es ihr an Selbstsicherheit fehlt, nach ihrer Scheidung ganz hinter sich gelassen. Die Restauratorin Carol (Mary Steenburgen) hingegen führt mit Bruce (Craig T. Nelson) eine routinierte, lange Ehe. Bruces Eintritt ins Rentenalter stellt beide jedoch vor neue Herausforderungen, auch sexuell.

Als Motor der Damenriege fungiert jedoch Vivian (Jane Fonda), Besitzerin eines großen Hotels, sexuell aktiv mit Männern, die ihr nichts bedeuten. Sie ist es, die "Fifty Shades of Grey" im Kreis ihrer Freundinnen präsentiert. Mit der Lektüre, die kichernd in Angriff genommen wird, setzen sich bei den Damen erotische Fantasien frei. Daraus entstehen unglaubliche, amouröse Verwicklungen, in denen die Schauspieler Andy Garcia und Don Johnson (Vater von Dakota Johnson, der Hauptdarstellerin in der Verfilmung von "Fifty Shades of Grey") eine wichtige Rolle spielen.

Ganz klar, die Forderung, dass Lebenslust, Liebe und Sex kein Ablaufdatum haben sollten, ist die absolut lobenswerte Prämisse dieses Films. In schönster "Sex and the City"-Manier stehen vier unterschiedliche Frauentypen für unterschiedliche Lebensentwürfe, die mit der Geschichte auf den Prüfstand kommen. Bei ihren für den Zuschauer absolut unterhaltsamen Treffen dominieren Witz, Esprit und Schlagfertigkeit.

Wenn die Damen jedoch auf Männer treffen, spielen ihnen die Emotionen einen Streich. Aus gestandenen Persönlichkeiten werden Cinderellas, die plötzlich merken, dass ihnen zum Glück am Ende doch ein Traumprinz fehlt. Warum werden grandiose Schauspielerinnen so unterfordert und im 21. Jahrhundert in ein so antiquiertes Frauenbild gepresst? Optisch passt das glattgebügelte Happy End jedoch wiederum zu den insgesamt magisch faltenfreien Hollywood-Gesichtern des Casts.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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