Denk ich an Deutschland in der Nacht

KINOSTART: 11.05.2017 • Dokumentarfilm • Deutschland (2017) • 105 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Denk ich an Deutschland in der Nacht
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
105 Minuten

Während Heinrich Heine in seinem berühmten Gedicht bei dem Gedanken an Deutschland in der Nacht von der Erinnerung an geliebte Menschen um den Schlaf gebracht wurde, tauschen die Protagonisten in Romuald Karmakars Film die nächtliche Erholung gegen hämmernde Techno-Beats.

Der in Wiesbaden geborene Filmemacher, der unter anderem 1995 im kammerspielartigen "Der Totmacher" Götz George bei einer seiner beeindruckensten Leistungen anleitete, widmete sich schon mehrfach diesem typisch deutschen Sound. Nach der Trilogie "196 bpm" (2003), "Between the Devil and the Deep Blue Sea" (2005) und "Villalobos" (2009) kehrt er nun erneut zu diesem Thema zurück.

Macher am Mischpult

Im Zentrum der Doku stehen fünf DJs, Zeremonienmeister der Tanzbegeisterten und Stars der Szene. Neben dem aus Portugal stammenden Ricardo Villalobos, dem Karmakar seinen vorherigen Technofilm widmete, sind dies die Schweizerin Sonja Moonear, der Frankfurter Ata, der Darmstädter Roman Flügel und David Moufang aus Heidelberg, besser bekannt als Move D.

Mitreißender Rhythmus

Ihren tiefgründigen Gedanken zum eigentlich so simplifizierten Musikgenre stellt Karmakar gegensätzliche Bilder aus vollen Diskos bei Nacht und den ausgestorbenen Tanzflächen des Tages gegenüber. Technofans finden hier einen Spiegel der Leidenschaft zu ihrer Musik.

Menschen, die dem Genre bislang nichts abgewinnen können, eröffnet er einen Weg, einen emotionalen Zugang dazu zu finden, und zeigt ihnen die komplexen Feinheiten unter der reduzierten Oberfläche auf.

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