Eine Kreuzfahrt dreier Generationen sollte eigentlich der Erholung dienen. Doch dann kommt alles anders: Markus' (Andreas Döhler) vierjähriger Sohn muss nur einmal kurz "für kleine Jungs", wobei ihn seine Oma Renate (Katrin Pollitt) begleitet. Der Junge kehrt mit einer Schnittwunde zurück, angeblich hat er sich nur gestoßen.

Für Mutter Monika (Jessica Schwarz) klingt das plausibel, bei Markus schrillen allerdings die Alarmglocken, denn die Verletzung lässt bei ihm eine verdrängte Erinnerung an seine eigene Kindheit aufleben: Er ist von seiner Mutter missbraucht worden.

Und jetzt scheint sich Renate auch an ihrem Enkel vergangen zu haben. Für Markus und Monika beginnt ein Albtraum, der ihre bisher so heile Familienwelt ins Wanken bringt.

Das Schweigen brechen

Der dritte Spielfilm von Regisseur Florian Eichinger ("Nordstrand", 2013) stellt ein Tabuthema in den Fokus: die Kindesmisshandlung in der eigenen Familie. In der Gesellschaft wird Familiengewalt oft verschwiegen, aus Scham oder Angst. So auch zunächst bei den Protagonisten. Doch dann begehren sie auf, stellen sich dem Konflikt und suchen die Konfrontation.

Das dargestellte Schicksal wühlt auf und regt zum Nachdenken an. Der Zuschauer fragt sich, wie er als Betroffener handeln würde: stumm bleiben oder den Mund aufmachen? Damit bietet "Die Hände meiner Mutter" eine ernste emotionale Achterbahnfahrt mit hervorragenden, ausdrucksstarken deutschen Mimen.