Die Nazi-Zeit ist wohl einer des am meisten festgehaltenen Kapitel der Geschichte. Die Film-und Fernsehlandschaft ist von zahlreichen Werken geprägt, die sich dem Zweiten Welttkrieg ausführlich gewidmet haben – nimmt man nur einmal "Schindlers Liste" und "Der Untergang" als namhafte Spielfilmvertreter.

Eben diesem "Doku-Hype" um die Zeit von 1939 bis 1945 verschreibt sich nun auch das Regisseurteam mit Florian Weigensamer, Olaf S. Müller, Christian Krönes und Roland Schrotthofer. Während Weigensamer, der auch das Werk "Gola Zareen" umsetzte, und Krönes bereits für den Film "Universum" zusammengearbeitet haben, geben Müller und Schrotthofer mit der biografischen Erzählung "Ein deutsches Leben" ihr Debüt.

Hierbei zeichnen die vier Filmemacher in ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Aufnahmen die Vita Brunhilde Pomsels nach, die in einem ausführlichen Interview über ihre Zeit als persönliche Stenographin von Joseph Goebbels berichtet.

Vom Leben gezeichnet

Neben den sensibel dargestellten Sequenzen, die die Sekretärin und ihre bewegende Geschichte darstellen, sind zahlreiche Archivaufnahmen in den Film eingebettet, die das Erzählte authentisch mit Bildern untermauern. Dass man die Doku ohne Weiteres gebannt verfolgt, ist allem voran der Hauptperson, Brunhilde Pomsel, geschuldet. Durch ihre Erscheinungsweise und ihre Art zu Sprechen, merkt man sofort, dass sie eine Frau ist, die vom Leben gezeichnet ist, und ihre ganz eigene Wahrheit dem Kinopublikum authentisch greifbar machen möchte. Im Januar 2017 starb sie im Alter von 106 Jahren.