Es war doch gerade so schön gemütlich. Nun müssen die Provinzpolizisten Hagen (Alexander Hörbe), Netti (Sanne Schnapp), Rocky (Adrian Topol), Deniz (Erkan Acar) und Rainer (Alexander von Glenck, von links) um ihren Job fürchten.
Alexander Schuberts Spielfilmdebüt "Faking Bullshit" überzeugt vor allem in den Momenten, in denen die Dialoge bissig und provokant daherkommen.

Faking Bullshit

KINOSTART: 10.09.2020 • Komödie • D (2020) • 103 MINUTEN
Lesermeinung
Originaltitel
Faking Bullshit
Produktionsdatum
2020
Produktionsland
D
Laufzeit
103 Minuten

Filmkritik

Polizeiliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme

Im Spielfilmdebüt von Alexander Schubert wechseln die Ordnungshüter einer verschlafenen Kleinstadt die Seiten: Denn wer braucht die Polizei noch, wenn niemand Straftaten verübt?

In einer perfekten Welt ohne Straftaten braucht es keine Polizei mehr. In einer unperfekten Welt ohne Straftaten allerdings auch nicht: Und genau das wird in der deutschen Komödie "Faking Bullshit" einer durch und durch provinziellen Polizei-Wache zum Verhängnis. Denn im Spielfilmdebüt von Regisseur und Drehbuchautor Alexander Schubert – Satire-Fans bestens bekannt als Teil des "heute-show"-Ensembles – kommt den Freunden und Helfern alsbald siedend heiß die Erkenntnis: "Straftaten sind die Basis unserer Existenz." Was also tun, falls diese ausbleiben?

Bis die junge Polizistin Tina (Sina Tkotsch) auf der Wache 23 erscheint, ist das Leben als Gesetzeshüter in dem verschlafenen Nest in Nordrhein-Westfalen, in dem die Bikerkneipe "Die Bikerkneipe" heißt, noch ausgesprochen angenehm: Deniz (Erkan Acar), Rocky (Adrian Topol), Netti (Sanne Schnapp) und ihr Mann Hagen (Alexander Hörbe) schieben eine sehr, sehr ruhige Kugel. Und die paar Ordnungswidrigkeiten lassen sich doch auch freundschaftlich lösen. Tina hat allerdings die Aufgabe zu prüfen, ob die Dienststelle aufgrund mangelnder Kriminalität im Zuständigkeitsbereich überhaupt noch nötig ist – oder durch Sparmaßnahmen eiskalt wegrationalisiert werden sollte.

Als Deniz betrunken und im Frust die Schaufensterscheibe eines Thai-Restaurants einschmeißt und es daraufhin wieder etwas zu tun gibt im Revier, ist die Sache klar: Wenn es keine Straftaten gibt, werden sie eben gefakt, um die eigenen Arbeitsplätze zu sichern. Mal stiften die Polizisten den Obdachlosen Klaus (stark in seiner Nebenrolle: Bjarne Mädel) zum Ladendiebstahl an, dann jagen sie sogar mit einem Molotowcocktail eine Würstchenbude hoch. Doch Tina schöpft schnell Verdacht angesichts der exponentiell steigenden Straftatbestände.

Die zu diesem Zweck eigens angefertigten Hakenkreuz-Graffitis kommentiert Deniz folgendermaßen: "Wir brauchen was mit mehr Relevanz, das den Zeitgeist trifft." Die bissigen, teils auch politisch unkorrekten Sprüche sind die witzigsten Momente des Films, der andererseits gelegentlich auch klamaukig oder harmlos daherkommt. Mit einigen frischen Ideen kann Schuberts Komödie aber definitiv aufwarten.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller
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