Die Gewaltbereitschaft unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern wächst - fast täglich kann man davon in den Zeitungen lesen. Für viele bedeutet dieses von Gewalt und Kriminalität gezeichnete Leben eine Einbahnstraße - geradewegs in den Knast. Doch es gibt Alternativen wie etwa das 2002 von Rupert Voss und Werner Makella in Taufkirchen bei München gegründete Projekt "Work and Box Company". Das Konzept: Hier wird sich mit jedem einzelnen Teilnehmer auseinander gesetzt, in Gesprächen werden die Beweggründe für ihre Gewaltbereitschaft ergründet und versucht, die alten Verhaltensmuster aufzulösen, um so die Grundlagen für eine Ausbildung oder Beschäftigung zu schaffen. Der zweite wichtige Bestandteil des Projektjahres: Alle Teilnehmer lernen Boxen und damit, mit ihrem eigenen Körper umzugehen, seine Schwächen und Stärken zu erkennen ...

Der aus Argentinien stammende Regisseur Gerardo Milsztein hat das Projekt des Schreiners Rupert Voss (der seine Erfahrungen 2009 auch in dem Buch "ww.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=Herz-Schlag&x=0&y=0 Herz-Schlag" verarbeitete) und des Psychotherapeuten Werner Makella, der die "Work and Box Company" leitet, über einen längeren Zeitraum mit der Kamera begleitet. Mit der nötigen Distanz, aber mit der Kamera immer nah an den Protagonisten, die sich in Interviews zu ihrer Geschichte und ihren Beweggründen äußern, entstand so das authentische Bild eines einzigartigen Versuchs, junge Männer mit Arbeiten und Boxen auf einen neuen Lebensweg vorzubereiten. Das sich dieser Versuch immer wieder lohnt, zeigt die Erfolgsquote der "Work and Box Company": 80 Prozent der Teilnehmer finden nach Abschluss des Maßnahmenjahrs eine Ausbildung oder Arbeitsstelle. Davon können Jugendliche nach einem Jahr Knast nur träumen!

Foto: Piffl