Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Deutschland sind in den letzten Jahren kompliziert ­geworden. Der neue Bodensee-Tatort verdichtet den Zwist und kleidet seine Lösung in eine gediegene Handschellen-Metapher. Kommissarin Blum (Deutschland) und ihr Kollege ­Lüthi (Schweiz) streiten um einen Toten auf einer Bodensee-Fähre. Handelt es sich um Mord? Lüthi weiß, was Blum nicht weiß, aber auch Lüthi weiß nicht alles. Die Ermittlungen drohen zu Katz & Maus unter Kommissaren auszuarten, bis Blum sich und Lüthi mit Handschellen aneinanderkettet. Solcherart zu deutsch-schweizerischer Teamarbeit gezwungen, beginnen sich vielerlei Machenschaften diesseits und jenseits des Bodensees zu klären. Wäre es doch auch in der Politik so einfach!

Der Tod auf der Fähre bleibt vorläufig rätselhaft. Es geht in diesem Film um Blutkrebs und Todesängste, um ein vermeintliches Wundermittel, mit dem viel Geld verdient wird, und eine Edelklinik, die sich ihr Geschäft nicht verderben lassen will. Es geht auch um die Möglichkeit einer Liebe zwischen der Leukämie-Patientin Mia und ­Kommissar Perlmann. Es geht um arg verkompliziert dargestellte ­Zusammenhänge, die durchaus einen spannenden Krimi hätten ergeben können. Hätten ... dh

Foto: SWR/Stephanie Schweigert