Wilhelm Tell ist eigentlich ein Quacksalber, der gemeinsam mit der feschen Heidi naiven Mädels ein Jugendelexir verspricht, in der Damenwelt aber nur Bartwuchs verursacht. Während Heidi davon träumt, nach Italien zu gehen, sich dort die Brüste vergrößern zu lassen, um dann groß ins Show-Geschäft einzusteigen, gelingt es Tell, einen Eskimo-Prinz aus dem Schnee zu retten. Das Ärgerliche: Der fühlt sich nun seinem Retter verpflichtet und weicht ihm fortan nicht mehr von der Seite. Bis Tell als gebürtiger Österreicher endlich einen Schweizer Pass in Händen halten darf, geht noch einige Zeit ins Land...

Zugegeben: kaum ein Gag dieser Klamotte sitzt. Hier dient das Schiller’sche Drama um den Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell auch nur dazu, mit möglichst vielen Anachronismen und übertriebenem Klamauk die Lachmuskeln der Zuschauer zu strapazieren. Das ist freilich nicht jedermanns Sache. Produzent Lukas Hobi und Regisseur Mike Eschmann drehten mit "Achtung, fertig, Charlie!" immerhin den erfolgreichsten Schweizer Film der vergangenen 25 Jahre. Das wird ihnen mit "Tell" nicht noch einmal gelingen.

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