Für Roy Dillon, der sich in Kneipen mit Taschenspielertricks durchschlägt, ist selbst auf seine Mutter Lilly kein Verlass, die für einen Buchmacher Wetten platziert und einen Teil des Gewinns heimlich für sich selbst abzweigt. Als Roy an eine größere Summe Geld kommt, ist ihm seine Mutter am hartnäckigsten auf den Fersen. Nicht aus Mutterliebe wohlgemerkt - zumal ihre Beziehung ohnehin etwas inzestuöses besitzt -, sondern aus reiner Gier. Ebenso Roys Freundin Myra, die gerne Teil perfekter Coups ist und sich Roy als Betrüger mit Zukunft zielstrebig ausgesucht hat. Doch Roys Zukunft besitzt keine Perspektive und es ist nur folgerichtig, dass er von seiner Mutter ein Whiskyglas in den Hals gerammt bekommt und verblutet. Zuvor schon ließ Myra ihr Leben bei dem Versuch, Lilly umzubringen. Die einzig Überlebende in diesem Überlebenskampf der Hoffnungslosen ist Lilly. Doch auch ihr Ende ist schon vorgezeichnet ...

Stephen Frears inszenierte den finsteren und aufwühlenden Kriminalfilm im Stil des film noir nach einer Romanvorlage des Thriller-Autors Jim Thompson ("Getaway"). "Grifters" bedeutet soviel wie Betrüger und kleine Schwindler. Frears legte weniger Wert auf herkömmliche Thriller-Spannung, sondern versuchte, das Klima des gegenseitigen Misstrauens und Neides herauszuarbeiten. Anjelica Huston und Warren-Beatty-Gattin Annette Bening erhielten für ihre überzeugenden schauspielerischen Leistungen jeweils eine Oscar-Nominierung. Als Produzent zeichnete unter anderem Regisseur Martin Scorsese verantwortlich.

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