Genau vor 15 Jahren wurde von über 100 Staaten während einer Konferenz in Rom das Römische Statut verabschiedet, das 2002 zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag führte. Sinn und Zweck: Hier sollten alle jene angeklagt werden, die wo auch immer auf der Welt gegen die Menschlichkeit agiert haben. Aktuell hat den Vorsitz der Chefankläger Luis Moreno-Ocampo. Er ermittelt mit Hilfe des Strafgerichtshof in Den Haag gegen Kriegsverbrecher weltweit. Ob die Verbrechen bei der Niederschlagung des arabischen Frühlings in Libyen oder im Gazakrieg stattfanden oder ob es sich um die Rekrutierung von Kindersoldaten im Kongo handelt, Prioritäten gibt es keine. Größere Medienaufmerksamkeit erhielt der Fall des kongolesischen Generals Thomas Dyilo Lubanga im Kindersoldaten-Prozess. Denn zu dem reiste Hollywoodstar Angelina Jolie nach Den Haag, die permanent in Sachen globale Gerechtigkeit auf der ganzen Welt unterwegs ist ...

Tatsächlich sind die historischen Fakten des am 1. Juli 2002 ins Leben gerufenen Internationalen Strafgerichtshof spannender, als die Einblicke in die tägliche, oft zermürbende Arbeit im Kampf gegen Kriegsverbrecher, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord. Die Filmemacher Markus Vetters und Michele Gentile stelten den stets charmant auftretenden Louis Moreno-Ocampo in den Fokus und ließen sich offenbar von dessen Charisma etwas von der eigentlichen Aufgabe des ICC ablenken. Darüberhinaus zeigen die Regisseure aber auch Figuren wie etwa Ben Ferencz, der seinerzeit Chefankläger bei den Nürnberger Prozessen gewesen ist. Insgesamt gelang dem Filmteam ein interessanter Einblick in den ICC, auch wenn die Star-Auftritte von Angelina Jolie und Luis Moreno-Ocampo ab und an unangebracht erscheinen.

Foto: Bukera Pictures