Nach seinen schrecklichen Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg gerät der Alkoholiker Freddie Quell in den Bann des Intellektuellen Lancaster Dodd. Der wiederum hat aus den Kriegsereignissen die Konsequenz gezogen, eine neue Glaubensgemeinschaft auf die Beine zu stellen. Tatsächlich finden viele verlorene Seelen unter Dodds Obhut ihr Heil. Als charismatischer Sektenführer versteht es Dodd, mehr und mehr Menschen an sich zu binden. Während Freddie zunächst ebenfalls an die leuchtende Leitfigur Dodds glaubt, kommen ihm jedoch im Laufe der Zeit immer stärkere Zweifel an der Wahrhaftigkeit der neuen Lehrer des Meisters – bis er sich völlig abwendet ...

Und wieder erzählt Ausnahme-Regisseur Paul Thomas Anderson ("There Will Be Blood") mit tollen Bildern (viele davon endlich mal wieder im 70mm-Kinoformat) ein recht sperriges Werk, wobei er in der Geschichte auch noch hin und her springt und sich somit die eigentliche Story erst allmählich herauskristallisiert. Die Schauspieler werden – wie schon Daniel Day-Lewis in "There Will Be Blood" – zu Höchstleistungen getrieben, was ab und zu leider auch zu sogenanntem Overacting führt. Wer sich mit der Geschichte der Scientologen und des Gründer Ron L. Hubbard etwas auskennt, wird hier schnell Parallelen erkennen. Doch wie so oft ist Anderson weniger an der Geschichte oder gar an einer Kritik der Sekte interessiert, als am Spiel seiner Darsteller, worauf sich schließlich das ganze Werk reduziert. Schade. Denn so gilt wie oft: weniger wäre auch hier mehr gewesen.

Foto: Senator