England, zu Beginn der Thatcher-Zeit: Wegen seiner wenig modischen Kleider wird der zwölfjährige Halbwaise Shaun von Schulkameraden so lange gehänselt, bis er unter Skinheads gerät, die ihn akzeptieren und ihm ein neues Outfit verschaffen. Angeführt von dem sympathischen Woody, wollen die unpolitischen Jungs und Mädels eigentlich nur Dampf ablassen. Das ändert sich, als Woodys alter Kumpel Combo aus dem Gefängnis entlassen wird, wo Mithäftlinge ihn mit rassistischen Hetzparolen infiltrierten. Unter seiner Leitung vollziehen die Skins einen Rechtsruck, und Shaun marschiert begeistert mit ...

Nach eigenem Drehbuch taucht Regisseur Shane Meadows in seinem atmosphärisch dichten Gesellschaftsporträt gekonnt in die Zeit der Regierung Thatcher ein und zeigt die damalige britische Gegenwart im Kleinstadtmilieu ganz aus der Sicht seines jungen Protagonisten. In beinahe dokumentarischen Bildern schildert Meadows in der Tradition von Filmemachern wie Ken Loach und Mike Leigh Shauns Identitätssuche, sein Abrutschen in rechtes Denken und schließlich seine Läuterung. Shaun als typisches Kind der frühen Achtzigerjahre wird von der Neuentdeckung Thomas Turgoose verkörpert, der in Grimsby (North East Lincolnshire) aufwuchs, wo Meadows auch drehte. Für seine exzellente schauspielerische Leistung wurde Turgoose mit dem British Independent Film Award als viel versprechenster Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. 2010 entstand mit dem Vierteiler "This Is England '86" ein ebenso gelungene TV-Fortsetzung.

Foto: NDR/ARD/Degeto