In der Nacht vom 21. auf den 22. September 1974 ist es endlich soweit: Der DDR-Bürger Erhard Schelter will zusammen mit Volker Hameister aus der Deutschen Demokratischen Republik flüchten. Ein gewagter Plan, denn die beiden wollen von Boltenhagen aus heimlich die Grenze überwinden und in Richtung Westen schwimmen. Ihr Ziel: das 30 Kilometer entfernte Dahme mit seinem Leuchtturm, dessen Licht ihnen als Orientierung dient. Die Rettung der beiden Schwimmer am Morgen des 22. September war ebenso abenteuerlich wie glücklich, denn ein NVA-Grenzboot hatte die Flüchtenden schon weit draußen in der offenen See aufgespürt, als die "Gösta Berling", ein Fährschiff der TT-Line, die beiden entdeckte. Mit einem waghalsigen Rettungsmanöver brachte der Kapitän der "Gösta Berling" die beiden Flüchtlinge an Bord.

Regisseur Arend Agthe ("Tatort - Bienzle und der süße Tod", "Dornröschen") erzählt in seinem Dokumentarfilm, den er mit Spielszenen und Archivaufnahmen anreicherte, die Geschichte dieser abenteuerlichen Flucht. Gedreht an Originalschauplätzen, gibt "Über das Meer" aber auch einen Einblick, welche Beweggründe Schelter für seine Flucht hatte, kommt aber nur ansatzweise über die Darstellung des Einzelschicksals hinaus.

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