Der kleine Chinese Tao wird in Wien Zeuge eines Mordes. Tao kann gerade noch vor den Killern fliehen, nicht ahnend, dass es sich dabei um zwei korrupte Polizisten handelt. Bei seiner Flucht trifft Tao auf die durch ihre Erblindung verbitterte Ester und versteckt sich bei ihr. Gemeinsam mit ihrem Exfreund Gerry will Ester den Jungen, der nur chinesisch spricht, vor den brutalen Kriminellen schützen ...

Zugegeben: die Geschichte ist zwar arg konstruiert und erinnert an John Cassavetes' Thriller "Gloria, die Gangsterbraut", aber dennoch spannend. Denn Regisseur Andreas Senn, der durchweg packende und fesselnde Abend-Unterhaltung liefert (man denke etwa an "Verschollen am Kap"), ging hier nicht gerade zimperlich zu Werke. Während das Drehbuch von Christoph Darnstädt mit wenig Wendungen und Überraschungen aufwartet, schaffen die sehr frei inszenierten Bilder gepaart mit einer spannungsaufbauenden Schnitttechnik ihre ganz eigene, mitreißende Ästhetik.