Captain Elizabeth Campbell wird tot auf dem Kasernengelände gefunden: nackt, gefesselt und mit Würgemalen am Hals. Zwei Army-Ermittler sollen den Fall aufklären, aber - Überraschung! - von Seiten der Army erhalten sie nicht nur Unterstützung. Selbst der Vater des Opfers, ein hoch dekorierter General, ist nicht sonderlich kooperativ. Die beiden Ermittler entdecken: Elizabeth Campbell war vor Jahren das Opfer einer Massenvergewaltigung - und ihr Vater kehrte alles unter den Teppich...

Wenn sich ein US-Film der Army annimmt, kommt meist verlogener Quark à la "Mut zur Wahrheit" dabei heraus. Das kann man "Wehrlos" nicht vorwerfen, dafür tun sich anderweitig Defizite auf. Die Figurenpsychologie ist unausgegoren, einige Handlungsteile geradezu idiotisch (die Frau hat sich selbst da angepflockt!), und die unnötig breite Bebilderung der Vergewaltigung wird vielleicht kranken Hirnen ein paar schöne Augenblicke verschaffen. Uneinheitlich agieren die Darsteller: James Woods liefert - sehr unterhaltsam, aber wieder mal hart an der Grenze zum Over-Acting - eine seiner gewitzten, wortgewandten, mega-smarten Schurkenfiguren ab, dagegen besinnt sich Madeleine Stowe eher auf die Tugend der Zurückhaltung. Wen schert's? "Con Air"-Regisseur Simon West ist ohnehin mehr an sinnlosen Kamerafahrten und optischem Glamour interessiert als an den Charakteren.  

Foto: Paramount