Nach dem rätselhaften Tod seiner ältesten Tochter Rolande setzt der Familienvater Gilles (Dirk Roothooft, Foto, mit Cathy Grosjean) alles daran, Licht in das Dunkel des vermeintlichen Selbstmordes zu bringen. Gilles ist überzeugt, dass seine Tochter ermordet wurde, hat aber keine Hinweise auf den der Täter. Auf den Tipp eines guten Freundes hin begibt Gilles sich gemeinsam mit seiner Frau Germaine und seinen restlichen vier Kindern in die spanischen Pyrenäen. Unterwegs bringen schmerzliche Konflikte die zerrüttete Familie wieder näher zusammen.

Alain de Halleux' Regiedebüt ist eine gelungene Mischung aus präzise beobachtetem Familiendrama und humorvoll erzähltem Roadmovie. Die poetische Hommage an eine chaotische Familie verblüfft durch stets neue und originelle Wendungen. Mit milder Ironie erzählt der Regisseur von dem verzweifelten Bilderbuchproletarier, der erst entdecken muss, was für eine wundervolle Frau er hat, um so sein verwirktes Leben in den Griff zu bekommen. Inszeniert nach einem Roman von Claude Jasmin, geht der chaotische Trip in den Süden dank der hervorragenden darstellerischen Leistung von Dirk Roofthooft und Rosa Renom unter die Haut. Auf den 49. Filmfestspielen von Mannheim-Heidelberg erhielt "Weine nicht, Germaine" den Publikumspreis. Der flämische Hauptdarsteller Dirk Roofthooft zählt zu den bekanntesten Charakterdarstellern seines Landes. 2002 stand er mit Johanna ter Steege und Huub Stapel in Stijn Coninx' Familiendrama "Weiter als der Mond" vor der Kamera.

Foto: ARD/Degeto