Arthouse-Regisseur Aki Kaurismäki ist bekannt für seine lakonischen Werke, die sein finnisches Heimatland als nebligen, melancholischen Staat darstellen. Auch "Die andere Seite der Hoffnung" ist in diesen und in weiteren Punkten ein typischer Kaurismäki-Film. Allerdings schlägt er wie schon in "Le Havre" (2011) eine politische Note an. Zum Thema hat er sich die Flüchtlingswelle aus Syrien und anderen Krisengebieten gemacht.

Gegen das Behördentun

Im Zentrum der Handlung steht der junge Syrer Khaled (Sherwan Haji), der von seiner Heimatstadt Aleppo bis nach Helsinki flieht, um dort einen Neuanfang zu starten. Doch sein Antrag auf Asyl wird von den Behörden abgelehnt.

Er bleibt illegal im Land und trifft auf den Gastronom Wikström (Sakari Kuosmanen), der nach der Trennung von seiner alkoholabhängigen Frau ebenfalls an einem Wendepunkt in seinem Leben steht. Dieser stellt Khaled in seinem Restaurant an und beschafft ihm gefälschte Papiere. Aber das Glück ist nicht von langer Dauer.

Genrestück mit charakteristischer Note

Nicht nur die trostlose, graue Farbgebung ist typisch Karismäki, sondern auch die trockenen Dialoge und Charaktere, die sich nicht durch Worte, sondern Taten definieren. Der stellenweise sehr derbe Humor erinnert an Werke wie Charlie Chaplins "Der große Diktator" (1940), die Zeitgeschehen ad Absurdum führen.

Während Karismäki bei der Balance zwischen ernst und heiter genau richtig liegt, ist ihm einzig vorzuwerfen, dass er die Welt nicht in ausreichendem Maße differenziert zeigt.