Kate Winslet spielt die frustrierte Ex-Schauspielerin Ginny, die mit ihrem Mann Humpty (Jim Belushi) im Schatten des Riesenrads auf Coney Island lebt.
Mit "Wonder Wheel" taucht Woody Allen in das bunte Treiben der 50er-Jahre ein.

Wonder Wheel

KINOSTART: 11.01.2018 • Drama • USA (2017) • 102 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Wonder Wheel
Produktionsdatum
2017
Produktionsland
USA
Budget
25.000.000 USD
Einspielergebnis
15.366.466 USD
Laufzeit
102 Minuten
Regie

Filmkritik

Zurück in New York
Von Christopher Diekhaus

So sehr das Filmgeschäft manchmal auch von Unwägbarkeiten bestimmt wird, kann man sich einer Sache doch sicher sein: Jahr für Jahr bringt Woody Allen eine neue Regiearbeit in die Kinos und schart dabei jedes Mal eine Handvoll prominenter Gesichter um sich. Nach einer europäischen Phase, die 2005 mit dem in London angesiedelten Thriller-Drama "Match Point" begann, verschlägt es den Altmeister in letzter Zeit wieder häufiger in seine amerikanische Heimat. Sein jüngstes Werk "Wonder Wheel" spielt ausschließlich in New York, Allens Geburtsstadt, der er schon mehrfach ein filmisches Denkmal gesetzt hat.

Hauptschauplatz der Handlung ist die Halbinsel Coney Island, die vor allem für ihre belebten Strände und ihre Vergnügungsparks bekannt ist. Hierhin treibt es in den 50er-Jahren die verzweifelte Carolina (Juno Temple), die auf der Flucht vor den Handlangern ihres Gangstergatten bei ihrem entfremdeten Vater, dem ruppigen Karussellbetreiber Humpty (James Belushi), Unterschlupf sucht.

Dessen zweite Ehefrau Ginny (Kate Winslet) fühlt sich zunehmend in ihrem eintönigen Leben gefangen und stürzt sich daher bereitwillig in eine Affäre mit dem Studenten Mickey (Justin Timberlake), der ein großer Autor werden möchte, sich aktuell aber noch als Rettungsschwimmer verdingt. Erste Risse bekommt das junge Liebesglück, als Mickey eines Tages Carolina über den Weg läuft.

"Wonder Wheel" ist ein Fest für die Augen

Sehenswert und einnehmend ist die Art und Weise, wie Allen und seine kreativen Mitstreiter – allen voran Kameramann Vittorio Storaro und Szenenbildner Santo Loquasto – die 50er-Jahre auferstehen lassen. Bunt und lebendig erscheint der alte Vergnügungsdistrikt mit seinem titelgebenden Wahrzeichen, dem imposanten Riesenrad. "Wonder Wheel" ist mitunter ein Fest für die Augen und versprüht mit seinen liebevoll ausgesuchten Kostümen und Requisiten einen betont nostalgischen Charme.

Kaschieren können die optischen und atmosphärischen Reize allerdings nicht, dass die Geschichte einen reichlich verbrauchten Eindruck macht. Irgendwie hat es stark den Anschein, als hätte der mittlerweile 82-jährige Filmemacher in eine seiner unteren Schubladen gegriffen und alte Ideen ohne große Ambitionen zusammengewürfelt. Wie so oft arbeitet Allen sich an der Macht des Schicksals ab, wobei man anfangs noch auf einen clever augenzwinkernden Umgang hoffen darf. Immerhin beginnt "Wonder Wheel" mit dem Voice-over-Kommentar Mickeys, der seine poetischen Ambitionen mit Nachdruck betont und den Zuschauer darüber informiert, dass er melodramatische Wendungen liebe. Die hier angerissene Metaebene blitzt später in einzelnen Dialogen auf, kann dem Beziehungsreigen jedoch keine Doppelbödigkeit verleihen.

"Wonder Wheel" hinkt "Blue Jasmine" hinterher

Routiniert, aber wenig elegant schickt der Regisseur seine nach Glück und persönlicher Verwirklichung strebenden Protagonisten auf Abwege und bemüht dabei einige Klischees. Beispielsweise bei der der frustrierten Ex-Schauspielerin Ginny, die sich als Kellnerin über Wasser halten muss. Kate Winslet bemüht sich durchaus, der unzufriedenen, nicht selten hysterisch wirkenden Frau spannende Facetten und emotionale Tiefe zu geben. Allens uninspirierte Vorlage verhindert allerdings, dass sich "Wonder Wheel" zu einem komplexen Charakterporträt entwickeln kann, wie es ihm noch vor einigen Jahren mit dem bitterbösen Drama "Blue Jasmine" gelang. "Wonder Wheel" hinkt diesem Film auch deshalb hinterher, weil es dem Coney-Island-Melodram an raffinierten Pointen und handfesten Spitzen mangelt. Vieles ist nett und gefällig. Unter dem Strich hätte es aber schon ein paar Überraschungen gebraucht, um aufrichtiges Interesse zu wecken.

Quelle: teleschau – der Mediendienst

Darsteller
Wurde als Charlie Eppes in "Numb3rs - Die Logik des Verbrechens" bekannt: David Krumholtz.
David Krumholtz
Lesermeinung
Debi Mazar
Lesermeinung
Oft in komischen Rollen zu sehen: James Belushi
James Belushi
Lesermeinung
Erlangte als Objekt der Begierde in "Titanic" Weltruhm: Kate Winslet.
Kate Winslet
Lesermeinung
Weitere Darsteller

Neu im kino

"Dune" ist bereits die zweite Verfilmung des legendären Science-Fiction-Romans.
Dune
Science-Fiction • 2021
prisma-Redaktion
Mit Shang-Chi steht erstmals ein asiatischer Superheld im Zentrum eines Marvel-Abenteuers.
Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings
Action • 2021
prisma-Redaktion
In vier Episoden erzählt "Doch das Böse gibt es nicht" von der Todesstrafe im Iran.
Doch das Böse gibt es nicht
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Drama trifft Thriller trifft Groteske: "Promising Young Woman" mischt verschiedene Genres zu einem grandiosen Film.
Promising Young Woman
Thriller • 2020
prisma-Redaktion
Für die Fußball-Dokumentation "Nachspiel" begleiteten die Filmemacher Christoph Hübner und Gabriele Voss ihre Protagonisten mehr als 20 Jahre lang.
Nachspiel
Dokumentarfilm • 2019
prisma-Redaktion
"Kaiserschmarrndrama" ist die siebte Verfilmung eines Rita-Falk-Krimis rund um den Niederkaltenkirchener Ermittler Eberhofer.
Kaiserschmarrndrama
Komödie • 2020
prisma-Redaktion
Vom flanierenden Werbetexter zum Verliebten und in den Abgrund: Tom Schilling spielt Erich Kästners Romanfigur Fabian aus dem Jahre 1931. Der ungewöhnliche Historienfilm lief im Wettbewerb der Berlinale und wurde von der Kritik gefeiert.
Fabian oder der Gang vor die Hunde
Drama • 2021
prisma-Redaktion
Auf ein Neues! Die Antiheldentruppe Suicide Squad bekommt nach dem verunglückten ersten Leinwandauftritt von 2016 eine Frischzellenkur verpasst.
The Suicide Squad
Action • 2021
prisma-Redaktion
"Jungle Cruise" ist ein Film für viele Geschmäcker: Neben Action und Spannung bietet der Streifen von Jaume Collet-Serra auch jede Menge Witz und eine wohldosierte Portion Romantik.
Jungle Cruise
Komödie • 2021
prisma-Redaktion
Irgendwo steht immer ein Auto rum, das gefahren werden will: "Fast & Furious 9" macht einen Trip rund um die Welt und wagt sich sogar ins All.
Fast & Furious 9
Action • 2021
prisma-Redaktion
"Minari - Wo wir Wurzeln schlagen" wurde für sechs Oscars nominiert und gewann den Preis für die beste Nebendarstellerin.
Minari
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Wie ein ehrgeiziger Unternehmer auf der Suche nach größeren beruflichen Erfolgen den Zusammenhalt seiner Familie riskiert, beleuchtet Sean Durkins Drama "The Nest - Alles zu haben ist nie genug".
The Nest - Alles zu haben ist nie genug
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Erst im Kino, einen Tag später schon bei Disney+: "Black Widow" ist zurück.
Black Widow
Action • 2020
prisma-Redaktion
"Nomadland" gewann im Frühjahr drei Oscars - als bester Film, für die beste Regie sowie für die beste Hauptdarstellerin.
Nomadland
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Godzilla und King Kong haben sich im vierten Teil der MonsterVerse-Reihe keine Nettigkeiten zu sagen.
Godzilla vs. Kong
Action • 2021
prisma-Redaktion
"Stowaway - Blinder Passagier" erzählt von einer möglicherweise bahnbrechenden Marsmission, auf der es kurz nach dem Start zu einem dramatischen Zwischenfall kommt.
Stowaway - Blinder Passagier
Science-Fiction • 2021
prisma-Redaktion
"Cats & Dogs 3 - Pfoten vereint!" setzt die Reihe, die vor 20 Jahren ihren Anfang nahm, fort.
Cats & Dogs 3 - Pfoten vereint!
Komödie • 2020
prisma-Redaktion
Trotz hochkarätiger Besetzung erreicht "A Quiet Place 2" nie die Intensität des viel gelobten Vorgängers von 2018.
A Quiet Place 2
Thriller • 2019
prisma-Redaktion
"Wonder Woman 1984" war zunächst nur bei Sky zu sehen und kommt nun auch in die Kinos.
Wonder Woman 1984
Action • 2020
prisma-Redaktion
In "Mortal Kombat" geht es äußerst brutal zur Sache.
Mortal Kombat
Action • 2021
prisma-Redaktion
In der Neuverfilmung von "Hexen hexen" verbreitet Anne Hathaway als Oberhexe Angst und Schrecken.
Hexen hexen
Komödie • 2020
prisma-Redaktion
"Und morgen die ganze Welt" erzählt von einer jungen Studentin, die sich der Antifa anschließt.
Und morgen die ganze Welt
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Nina Hoss kümmert sich als "Schwesterlein" um ihren todkranken Filmbruder Lars Eidinger - kann aber weder den Krebs noch die Klischees besiegen.
Schwesterlein
Drama • 2020
prisma-Redaktion
Der Held der Kinderzimmer erobert die große Leinwand: "Yakari - Der Kinofilm".
Yakari - Der Kinofilm
Animationsfilm • 2020
prisma-Redaktion
Was einst im Wald rund um das Provinznest Stainbach geschah, raubt einer Mutter und ihrer Tochter noch Jahrzehnte später den Schlaf.
Schlaf
Drama • 2020
prisma-Redaktion
"Blumhouse's Der Hexenclub" ist die Fortsetzung von "Der Hexenclub" aus dem Jahr 1996.
Blumhouse's Der Hexenclub
Horror • 2020
"Greenland" ist ein spannender Katastrophenfilm, in dem nicht nur ein Komet, sondern auch die Menschen zur Gefahr werden.
Greenland
Thriller • 2020
prisma-Redaktion
"Kajillionaire" ist der dritte Spielfilm der US-Künstlerin Miranda July.
Kajillionaire
Drama • 2020
Moritz Bleibtreus Regiedebüt "Cortex" kommt ambitioniert daher. Der bewusst verwirrende, anspruchsvolle Psychothriller lässt die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit und das Leben zweier Männer verschmelzen.
Cortex
Thriller • 2020
prisma-Redaktion
"Ema" ist ein bildgewaltiger Film mit Tiefgang.
Ema
Drama • 2019
prisma-Redaktion

BELIEBTE STARS