Molly (Beanie Feldstein, links) und Amy (Kaitlyn Dever) haben ihren Abschluss in der Tasche. Jetzt wollen sie nur eins: Spaß haben.
Hier kommt der vielleicht lustigste Film des Jahres: "Booksmart" ist witzig, charmant und intelligent.

Booksmart

KINOSTART: 14.11.2019 • Komödie • USA (2019) • 102 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Booksmart
Produktionsdatum
2019
Produktionsland
USA
Laufzeit
102 Minuten
Regie

Filmkritik

Uns gehört die Welt
Von Sven Hauberg

"Booksmart" ist der vielleicht lustigste Film des Jahres. Schön, dass die Komödie dabei auch noch wunderbar intelligent sein darf.

Wieder so ein schönes Wort, das es nur im Englischen gibt: Wer "booksmart" ist, hat all sein Wissen aus Büchern, versteht aber nicht wirklich viel von der harten Realität da draußen, jenseits von Bibliotheken und Buchläden. Die beiden besten Freundinnen Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever) sind solche Bücherwürmer. Die gesamte Highschool-Zeit über haben die Außenseiterinnen nicht viel mehr gemacht als gelesen und gelernt und darüber, wie es so schön heißt, vergessen zu leben. Wie einst die Jungs in "Superbad" (2007) wollen Molly und Amy nun nur eines, bevor es aufs College geht: feiern.

"Booksmart", Olivia Wildes schlichtweg hinreißende Teenie-Komödie für Teenies und Erwachsene zugleich, schafft es, das immer auch etwas peinliche Genre des Highschool-Klamauks, der Rom-Com mit Heranwachsenden, auf eine neue Ebene zu heben. Weil der Film nicht albern ist, sondern intelligent. Und weil die beiden Hauptfiguren so anders sind: Molly hat ein paar Kilos mehr auf den Hüften, und Amy ist lesbisch. Aber beides ist nicht das eigentliche Thema in diesem Film, der seine Coming-of-Age-Geschichte ausnahmsweise einmal mit wunderbar schlauen Hauptfiguren erzählt. Ein bisschen gleicht "Booksmart" damit "Love, Simon", jener Komödie über einen schwulen Jugendlichen, die ihre Coming-out-Geschichte in einer fast schon konventionelle Highschool-Story verpackte.

"Booksmart" beginnt mit einer ziemlich unangenehmen Wahrheit. Da erfährt Molly, die nach der Highschool nach Yale wechseln wird, dass auch ihre Mitschülerinnen den Sprung an die Eliteunis des Landes geschafft haben. Und das, obwohl sie die letzten Jahre nicht nur in der Schulbibliothek verbracht haben, sondern vor allem auf Partys. Also beschließt Molly, den letzten Abend vor Schulende noch mal so richtig einen draufzumachen. Natürlich mit ihrer besten Freundin Amy. Doch die will nicht so recht. Und überhaupt: Wo sollen die beiden hin zum Feiern? Eingeladen werden sie von ihren Mitschülern schon lange nicht mehr. Also laden sie sich quasi selbst ein zur Party von Klassenliebling Nick (Mason Gooding), der bei seiner Tante feiert. Nur: Wo wohnt die eigentlich?

Was dann folgt, ist eine wilde Reise durch die Nacht. Da landen Amy und Molly auf der Yacht ihres reichen Klassenkameraden Jared (Skyler Gisondo), der eine Protzparty veranstaltet hat, zu der aber niemand gekommen ist; sie schlagen bei Streber George (Noah Galvin) auf, der in abstruser Verkleidung ein Krimidinner veranstaltet; irgendwann versuchen sie dann gar, einen Taxifahrer als Geisel zu nehmen. Zwischendrin bekommt "Friends"-Star Lisa Kudrow, die Amys supertolerante Mutter spielt, noch den vielleicht lustigsten Gag des ganzen Films in den Mund gelegt.

All das ist wunderbar rasant erzählt und irre komisch. Olivia Wilde, die man bislang nur als Schauspielerin kannte ("O.C., California", "Dr. House", "The Lazarus Effect"), beweist in ihrer ersten Regiearbeit ein perfektes Gespür fürs richtige Timing – und fast nichts ist wichtiger in einer guten Komödie, als den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Zur Verfügung stehen ihr dabei zwei Hauptdarstellerinnen, die ihre Sache einfach fantastisch machen. Beanie Feldstein ("Lady Bird") spielt ihre Molly als den liebenswertesten Menschen, den man sich nur vorstellen kann; und Kaitlyn Dever ("Beautiful Boy") macht aus ihrer Amy eine verschüchtertes kleines Ding, das man sanft hinschubsen will zur coolen Skaterin Ryan (Victoria Ruesga), in die sie sich heimlich verknallt hat. "Booksmart" ist ein Film über Akzeptanz, übers Anderssein und Dazugehörenwollen. Und damit universell.

Das Tolle am Drehbuch von Emily Halpern, Sarah Haskins, Susanna Fogel und Katie Silberman ist, dass es all seine Figuren ernst nimmt. Selbst der größte Idiot wird mit Liebe gezeichnet, hat tief drin ein Herz, das ganz ohne Kitsch freigelegt wird. Hier wird nicht über die Menschen gelacht, sondern mit ihnen. Und das ist selten im Jahr 2019.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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