Der Thriller des isländischen Regisseurs Baltasar Kormákur, der auch das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm, erzählt die Geschichte von Finnur, einem erfolgreichen Herzchirurgen aus Reykjavík, der scheinbar ein perfektes Leben führt und von seinem Umfeld sowohl geliebt als auch respektiert wird.

Das vollkommene Idyll wird jedoch von seiner ältesten Tochter Anna (Hera Hilmar) gestört. Im Gegensatz zu ihren Mitmenschen hinterfragt sie ihren Vater und rebelliert.

Verhängnisvolle Spirale der Gewalt

Die angespannte Beziehung verschlimmert sich schließlich als die 18-Jährige auszieht und mit Óttar (Gísli Örn Garðarsson) eine Beziehung anfängt. Ihr neuer Freund ist ein Rauschgiftdealer, der die junge Frau in ein Sumpf aus Drogenabhängigkeit und Kriminalität hineinzieht.

Finnur kann dem Treiben nicht länger tatenlos zusehen. Er zeigt Óttar bei der Polizei an. Mit seinem Handeln löst er aber eine sich immer weiter zuspitzende Spirale der Gewalt aus.  

Keine einfachen Antworten

Baltasar Kormákurs ("101 Reykjavik", "Everest") Thriller knüpft an Filme wie "96 Hours" an, geht aber weit darüber hinaus. Finnur ist kein Ex-CIA-Agent wie Bryan Mills, sondern ein Chirurg, der mit Präzision arbeitet und auf Höchstleistungen getrimmt ist.

Anstatt actiongeladenen Szenen zeichnet sich der Streifen also durch höchst spannende Sequenzen aus. Der Regisseur entwirft zudem keine schwarz-weißen Charaktere, sondern komplexe Persönlichkeiten, deren Handeln ungeahnte Folgen nach sich zieht.