Fritz Krupp (Fritz Karl, M.) verabschiedet seine
Kunden aus Japan

Krupp - Eine deutsche Familie

KINOSTART: 01.01.2009 • Historienepos • Deutschland (2009) • 270 MINUTEN
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Originaltitel
Krupp - eine deutsche Familie
Produktionsdatum
2009
Produktionsland
Deutschland
Laufzeit
270 Minuten
Regie

1957: In der Villa Hügel in Essen geht es Bertha Krupp gesundheitlich immer schlechter. Sie erzählt ihrer Hausangestellten Anna aus ihrem bewegten Leben, angefangen in ihrer Kindheit, vom überraschenden Tod des Vaters, der ihr bereits als Teenager die Vormachtstellung im millionenschweren Familienkonzern beschehrte. Dass der vom deutschen Kaiser Wilhelm II. für Bertha ausgesuchte Ehemann von Bohlen und Halbach auch ihre Liebe gewinnen kann, von den Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg, dass Bertha Hitler nicht mochte und ihr eisern auf die Konzernführung hin erzogene Sohn Alfried schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg als Kriegstreiber ins Gefängnis musste ...

Regisseur Carlo Rola und Drehbuchautor Christian Schnalke gingen das schwer zu bewältigende Thema an und erzählen in chronologisch geordneten Rückblenden (ausgehend vom Jahr 1957) vom wechselhaften Leben der Industriellen-Familie. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf die Personen Bertha und Alfried Krupp gelegt. Dass bei der enormen Zeitspanne (von der Firmengründung bis zu Alfried Krupps Tod) in diesem Dreiteiler vieles nur episodenhaft angerissen werden kann, bleibt nicht aus. So konzentriert sich dieser gekonnte inszenierte Mix aus Fakten und Fiktion kammerspielartig auf das Innenleben der Familie, zeigt die zwangsläufig herrschende Kälte, die Risse im Seelenleben, wenn Entscheidungen für das Krupp-Imperium gegen die Familie gefällt werden müssen, die Schwierigkeiten, ein solches Imperium gewissenhaft zu leiten. Dabei werden auch der Skandal um Friedrich Krupp und dessen früher Tod ebenso wenig ausgespart, wie die von Bertha ungewünschte Hochzeit ihres Sohnes Alfried mit einer Kaufmannstochter aus Hamburg. Das Ganze fasziniert durch die innere Spannung der Erzählstruktur, die guten Darsteller und die gekonnten eingefangenen Bilder. Etwas nervig allerdings ist die über weite Strecken recht pathetische Musik.

Darsteller
Barbara Auer als Ermittlerin in "Nachtschicht"
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