Selbstbeschreibung

KINOSTART: 01.01.1970 • Dokumentarfilm • Deutschland (2011)
Lesermeinung
Produktionsdatum
2011
Produktionsland
Deutschland
Der gebürtige Wiener Georg Stefan Troller zählt zu den Reporterlegenden der Nachkriegszeit und ist einer der bedeutendsten Dokumentarfilmer unserer Zeit. In "Selbstbeschreibung" stellte sich der damals 80-Jährige seiner Vergangenheit und befragte den Wiener Schauspieler Alexander Pschill, der dafür die Rolle von Trollers jugendlichem Alter Ego übernahm - ein Selbstgespräch mit verteilten Rollen, eine faszinierende Rückschau auf ein bewegtes Leben und eine Selbstabrechnung, teils ernst, teils komisch, meist beides zusammen. Wie wurde man, was man geworden ist? Gab es eine Folgerichtigkeit, gar eine Unvermeidlichkeit? War der eigene Lebensweg vorbestimmt, oder hätte alles auch ganz anders kommen können, mit etwas mehr Glück oder vielleicht Pech? Fragen, die jeden Menschen ab einem bestimmten Alter bewegen und zum Nachdenken zwingen. In dem Doku-Spiel "Selbstbeschreibung" stellt sich der damals 80-jährige Filmemacher und Journalist Georg Stefan Troller diesen Fragen. Besser gesagt: Er stellt sie seinem jugendlichen Selbst, einem hübschen, ein wenig unverschämten jungen Mann im Wien der 1930er-Jahre und im Paris der 40er- und 50er-Jahre, wohin es ihn nach Flucht, Emigration und Krieg verschlagen hat. Und sein jugendliches Alter Ego - gespielt von dem Wiener Schauspieler Alexander Pschill ("71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls") - stellt seinerseits dem alten Fernsehmann Fragen und provoziert ihn: Hat Troller seine jugendlichen Ambitionen erfüllt oder nicht? Durch die fiktiven Gespräche, die an Originalschauplätzen gedreht wurden, zieht sich als Konstante die Geschichte der Liebe zu einem jungen Mädchen. "Selbstbeschreibung" ist als Film nicht nur eine Rückschau und ein Selbstgespräch mit verteilten Rollen, sondern auch eine Selbstabrechnung, teils ernst, teils komisch, meist beides zusammen. Einmontiert sind kurze Zitate aus Trollers Filmen aus fast 40 Jahren. Georg Stefan Troller wurde 1921 in Wien geboren. Im Alter von 16 musste der spätere Journalist wegen seiner jüdischen Herkunft das Land verlassen und emigrierte nach Frankreich, von wo aus er 1941 in die USA flüchtete und dort 1943 in die US-Army eingezogen wurde. Nach Kriegsende kehrte Troller nach Österreich zurück, verließ das Land jedoch wieder, um 1946 bis 1949 Germanistik und Theaterwissenschaft an der University of California sowie an der Sorbonne in Paris zu studieren. Ab 1949 arbeitet Troller in der französischen Hauptstadt als Rundfunkreporter für deutsche Sender sowie von 1962 bis 1971 als Autor des legendären "Pariser Journals". Im Anschluss wurde er Sonderkorrespondent des ZDF in Paris und begann die berühmte Reihe seiner "Personenbeschreibungen" mit über 70 Folgen. Neben zahlreichen großen Dokumentarfilmen über Arthur Rimbaud, Peter Handke, Muhammad Ali und Karl Kraus, schrieb Troller Drehbücher für Axel Corti. Auch seine zwischen 1998 und 2001 entstandene sechsteilige Reihe "Hollywood Profile" sorgte für Aufsehen, als Troller auf gewohnt persönliche Weise Stars wie Kirk Douglas porträtierte. Zu den vielen Ehrungen, mit denen er ausgezeichnet wurde, gehören u.a. der Adolf-Grimme-Preis und das "Bundesverdienstkreuz 1. Klasse". Über sein Doku-Spiel "Selbstbeschreibung" sagt Troller: " ich mich mit meiner eigenen Kindheit und Jugend auseinander ... . Ich wollte, wie es meinem Alter zusteht, eine Art Generalabrechnung mit mir selbst machen: Wie wurde man, was man geworden ist? ... Kann ich mir irgendetwas darauf einbilden, was ich geworden bin, oder hat dieser Junge - mein eigenes jugendliches Ich - Recht, indem er mich in diesem Film laufend angreift als jemanden, der seine Versprechen nicht erfüllt hat? ... Ich empfinde das schon als eine Art Abschlussarbeit: Das ist das, was ich zu meinem 80. Geburtstag zu sagen habe."

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