Oberstleutnant Moritz Eisner, besser bekannt als Harald Krassnitzer, treibt sich allein auf dem Balkan herum, der aus Wiener Sicht in Kärnten beginnt. Krassnitzer also folgt nächtens einem verdächtigen Wagen, landet im Steinbruch, erkennt das dort parkende Auto seiner ­früheren und jetzt wieder aktuellen Geliebten Maja (Bojana Golenac) – und wird mit einem Kopfschuss ins Jenseits befördert. Aus die Maus, Herr Oberstleutnant. Aber nein, so ginge es ja nicht weiter. So müssen alle, die auch sonst mittun im Wiener Tatort – die Tochter, der Herr Vorgesetzte, die Kollegin Bibi – den Schwerverletzten mit den üblichen Ratschlägen versorgen und Urlaub empfehlen. Krassnitzer tritt ihn natürlich nicht an, Kopfschuss hin oder her.

Am Ort des balkanischen Geschehens wird das aus vielen Tatort-Folgen bekannte Ritual "Provinz-Bulle gegen Großstadt-Bulle" zelebriert. Die Alten im Dorf sind veralzheimert, die Jungen ob ihrer Nutzlosigkeit verzweifelt, und alle schnabulieren heftig im Dialekt. Krassnitzer aber schimpft und wankt (der Kopfschuss!) und schaut a bisserl unrund aus der Wäsche ­(lädiertes Auge). Und, klar, er findet heraus, was mit Maja passiert ist. Sie arbeitete, ehe sie verschwand, an einem Film über Massenmord in späten Kriegstagen. Am Ende löst Krassnitzer den Fall im Schlaf. Ein Teufelskerl. Detlef Hartlap

Foto: rbb/ORF/Toni Muhr