Wer, liebe Zuschauer, am Ende sagen kann, worum es beim Tatort Kaltstart genau gegangen ist, sollte unbedingt mit einer Reise nach Wilhelmshaven belohnt werden. Eine Woche Jade Weser Port mit Hotelaufenthalt in Zimmer 108. Eine Woche sollte es schon sein, denn statistisch kommt in Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen nur einmal in der Woche ein richtig dicker Pott angerauscht, was zu verpassen schade wäre. Eigentlich ja eine übersichtliche Angelegenheit für die Bundespolizei, die den Schleusern im Hafen das Handwerk legen soll. Unter anderem. Manchmal geht aber doch was schief. Dann explodiert ein Haus hinterm Deich, und zwei Polizisten gehen mit in die Luft. In Zimmer 108 logierte die hübsche Kollegin, mit der Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) gerade ein Techtelmechtel hatte. Sie gehört zu den Opfern der Explosion, weshalb Falke den ganzen Film über Trauer und extrem schlechte Laune trägt.

Er und Katharina Lorenz (abermals stark: Petra Schmidt-Schaller) sind nach einem Fall in Tatort - Feuerteufel und einem auf Tatort - Mord auf Langeoog jetzt bei der Bundespolizei gelandet. Sie halten die Nordseeküste sauber. Fragt sich, welcher Art der Dreck ist. Denn von Schleusern und Menschenhandel verlagert sich der Fall zu Rohstoffen aus Afrika, bei denen es, wie Lorenz mutmaßt, "immer um ganz viel Geld geht". Dann entdeckt Falke ein Schießgewehr, das er noch nicht kennt, also geht es jetzt eher um Waffenhandel, wo bekanntlich auch immer Geld im Spiel ist. Außerdem wird jeder Schritt der Polizei und auch jede Bewegung der geringeren Gangster aus der Luft verfolgt: Drohnen! Geht es in Wahrheit um Drohnen? Falke, Lorenz und der irgendwie immer auftauchende Kollege Jan Katz stecken ratlos die Köpfe zusammen. Für Drohnen ist die Bundespolizei nicht zuständig. dh

Foto: NDR/Boris Laewen