Doch, diesen "Feuerteufel" kann man sich ansehen. Ein Krimi aus dem wirklichen ­Leben. Spannend erzählt, gut gespielt. Ich dachte schon, der Tatort würde allmählich ganz in die Public-Viewing-Volkstheater-Szene abrutschen. Wo mehr getwittert als gedacht wird. Wo manches zählt, nur nicht die Qualität. Hier aber stimmt die Story. Ein Zündel-­Bubi will seiner Freundin imponieren. ­Er fackelt ein Auto ab und filmt das mit dem Handy. Dass in dem Auto jemand schläft und stirbt, versaut ihm die Nummer. Die Kripo steht unter Druck. Die Autobrände häufen sich, die Anhaltspunkte bleiben mau. Hamburger Bürger beginnen auszuflippen wie "Bild"-Schreiber, wenn sie ­Devid Striesow erdulden müssen.

Hier stimmt auch die Besetzung. Wotan Wilke Möhring als Kommissar Falke wütet durchs Revier, als ob er Schimanskis Ziehsohn wäre. Eine ehrliche Haut. Aber leicht entflammbar, wenn sich sein Kollege und bester Freund (stark: Sebastian Schipper) plötzlich in den Innendienst verdünnisiert; wenn er argwöhnt, die junge Kollegin ­Lorenz (stark: Petra Schmidt-Schaller) sei eine karrieregeile Tussi; wenn ihm der Fall zu entgleiten droht. Vor vielen Jahren ermittelte im Norden ein stiller Kommissar namens Finke (Klaus Schwarzkopf). Seine Fälle (Regie Wolfgang Petersen) sind in der Tatort-Geschichte unerreicht. Möhrings Falke wirkt wie ein nach außen gekehrter Finke. Einer, der den Dreck kennt, aber nicht darin versinkt. Mehr davon! Detlef Hartlap