In München ist der Frühling eingezogen, die Stadt könnte sich nicht idyllischer präsentieren. Doch auf die Münchner Kriminalhauptkommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, Foto l., mit Udo Wachtveitl) und Franz Leitmayr wartet einer der ungewöhnlichsten Fälle ihrer bisherigen Laufbahn. Bei einem Spaziergang beobachtet Klara Werdin, wie ein Mann an einer Waldlichtung eine längliche Holzkiste vergräbt. Frau Werdin kann den Mann beschreiben und benachrichtigt die Polizei. In der Holzkiste wird eine männliche Leiche gefunden, die später als der Postbeamte Werner Klett identifiziert wird. Kurz darauf wird der Schreiner Ludwig Gruber festgenommen. Zunächst ist Batic nicht recht von der Täterschaft Grubers überzeugt, denn dieser war bei den Kindern in der Nachbarschaft als "Märchenerzähler" beliebt. Gruber ist geständig, aber er erweist sich schnell als ein Mann mit vielen Gesichtern. Seine geheimnisvolle Sprechweise, die mit Versatzstücken aus Grimms Märchen durchsetzt ist, gibt den Kommissaren Rätsel auf ...

Dieser Fall des Münchner Ermittlerduos war das "Tatort"-Debüt von Regisseur Manuel Siebenmann ("In einem anderen Leben", "Nebenwirkungen"), der diesen durchschnittlichen Krimi nach dem Buch von Daniel Martin Eckhart in Szene setzte. Siebenmann drehte fünf Jahre später mit "Nur ein Spiel" eine weitere Episode mit Nemec und Wachtveitl.

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