Ein ungewöhnlicher Fall für Batic und Leitmayr: Als in der neuen jüdischen Synagoge Rafael Berger mit Genickbruch aufgefunden wird - Fremdeinwirkung nicht ausgeschlossen -, müssen die beidem mit viel Fingerspitzengefühl ermitteln. Bald wissen sie, dass der Tote zuvor seine schwangere Tochter Leah beerdigen musste, die Selbstmord begangen hat. Ist ihr unbekannter Liebhaber etwa für den Tod von Berger verantwortlich? Und was hat der orthodoxe Jude Jonathan Fränkel, der Berger fand, mit den Vorgängen zu tun? Die Ermittlungen gestalten sich als schwierig, weil zunächst niemand mit Batic und Leitmayr sprechen will ...

Der aus Marl stammende "Tatort"-Spezialist Torsten C. Fischer (er drehte allein mit dem Kölner Duo Behrendt/Bär vier Folgen) inszenierte mit diesem sensibel in Szene gesetzten und gut gespielten Krimi seinen ersten Fall mit dem beliebten Münchner Ermittlerteam um Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl. In ihrem 60. gemeinsamen Fall - kein "Tatort"-Duo löste jemals mehr Verbrechen - sehen sich die beiden mit der ihnen unbekannten Welt des Judentums konfrontiert. Allerdings leidet die Spannung ein wenig unter dem wortlastigen Drehbuch von Daniel Wolf und Rochus Hahn, das dem Zuschauer in vielen Erklärungen die Komplexität der jüdischen Religion und des jüdischen Glaubens näher bringen wollen. Dies ist sicherlich honorig, in dieser Häufung im Kontext eines Krimis aber zu viel des Guten.

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