Jacob ist Anfang 30, Journalist und lebt mit seiner Freundin Nina zusammen. Er hat sich eine berufliche Auszeit genommen, um ein Buch zu schreiben. Der wahre Grund dafür ist aber, dass Jacob nicht über den Selbstmordversuch seiner Schwester Julie hinweg kommen kann. Die Geschwisterhaben in ihrer Kindheit beide unter den schweren Depressionen des Vaters gelitten. Julies Suizidversuch im Erwachsenenalter ist gescheitert. Seitdem ist sie behindert und an den Rollstuhl gefesselt. Jacob fühlt sich für das Geschehene verantwortlich, und sein Leben wird von Schuldgefühlen bestimmt. Überraschend stellt Julie der Familie ihren Freund Anker vor, den sie über einen Internet-Chat kennen gelernt hat. Die beiden wollen heiraten. Trotz anfänglicher Skepsis kann Anker Jacob davon überzeugen, dass er ein netter und verantwortungsvoller Mann ist, der es ernst mit Julie meint. Doch in der Hochzeitsnacht kommt es zu einer schrecklichen Tragödie: Anker findet Julie tot mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Badewanne ...

Das hervorragend gespielte Drama von Jannik Johansen mausert sich zum packenden Psycho-Thriller - wie so viele Regiearbeiten aus dem hohen Norden. Dabei verzichtet der Regisseur auf vordergründige Effekte und verlässt sich ganz auf seine hervorragenden Darsteller: Nikolaj Lie Kaas ("Stealing Rembrandt - Klauen für Anfänger" - ebenfalls von Regisseur Johansen, "Open Hearts"), der hier als Jacob einer unglaublichen Spur nachgeht und Nicolas Bro ("Kleine Missgeschicke") als Anker. Als Koautor fungierte hier Regie-Kollege Anders Thomas Jensen ("Adams Äpfel", "Dänische Delikatessen", "Flickering Lights").

Foto: NDR