Eigentlich ist der Kleinganove Nick gerade in eine Villa eingebrochen und wollte schnell das Weite suchen, als er auf die Bewohner trifft. Doch die halten ihn prompt für jene Person, die engagiert wurde, um während der Abwesenheit der Tochter auf den alten Star-Psychologen Curt Ledig aufzupassen. Da sich Nick sowieso auf Schulden-Flucht befindet, nutzt er die Gunst der Stunde, quartiert sich bei Ledig ein und sieht in dessen umfangreichen Bibliothek einen Ausweg aus seiner derzeitigen finanziellen Misere. Während Ledig in aller Seelenruhe einen Vortrag vorbereitet, stößt Nick auf ein finsteres Kapitel in dessen Vita: sein fragwürdiger Aufstieg als Wissenschaftler im Dritten Reich. Allerdings erkennt auch der Psychologe in seinem vermeintlichen Betreuer ein interessantes Objekt der menschlichen Spezies ...

Was eine durchaus witzige Typenkomödie hätte werden können, entpuppt sich oft als zu behauptet und zu konstruiert. Zugegeben: ein paar Momente sind durchaus spaßig und die Schauspieler bemühen sich redlich, doch wirkliche Spannung oder gar vortreffliches Unterhaltungspotential will sich nicht einstellen. So folgt man dem seltsamen Treiben denn auch eher gelangweilt als aufmerksam, zumal filmisch das Ganze auch nicht wirklich etwas Neues zu bieten hat. Heisenbergs Thriller und direkte vorangehende Regiearbeit "Der Räuber" waren da wesentlich packender.

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