Der achtjährige David leidet an einer Psychose, denn immer wieder füllt er sich von einem imaginären Clown verfolgt. Als er eines Tages mit dem Nachbarmädchen Tine gemeinsam im Wald spielt, passiert es: David fühlt sich wieder verfolgt, gerät in Panik und wirft einen Stein, von dem Tine derart unglücklich getroffen wird, dass sie an ihren Verletzungen stirbt. David wird in eine Kinderpsychiatrie eingeliefert und auf sein Aggressionspotenzial hin untersucht. Für die Mütter der beiden Kinder und für Nora, die Psychologin, die den Fall untersuchen soll, beginnt eine Zeit der Angst, der Trauer und der Aufarbeitung eines schmerzlichen Verlustes. Die jeweiligen Beziehungen der drei Frauen zu sich und zu ihren Lebenspartnern werden dabei auf eine harte Probe gestellt ...

Dieses bittere Psychodrama ist das einfühlsam und ohne erhobenen Zeigefinger in Szene gesetzte Langfilm-Debüt von Regisseur Alexander Dierbach, der hier auslotet, wie sich die schrecklichen Geschehnisse auf das Leben der handelnden Personen auswirken. Nach eigenem Drehbuch inszeniert, wurde Dierbach für sein Werk mit dem Studio-Hamburg-Nachwuchspreis für die beste Regie ausgezeichnet. Bemerkenswert sind die schauspielerischen Leistungen der Frauenfiguren: Julia Koschitz gibt gekonnt die Kinderpsychologin, Anneke Kim Sarnau überzeugt als Davids Mutter und Jasmin Schwiers schlüpft in die schwierige Rolle der Mutter des getöteten Mädchens.

Foto: BR/Erika Hauri