1991, die USA zur Zeit des Golfkriegs: Die junge Jasira weiß nicht, wie ihr geschieht, als sie von ihrer Mutter in New York in den Bus nach Texas verfrachtet wird, wo sie bei ihrem libanesischen Vater leben soll. Und tatsächlich gestaltet sich das Leben für das attraktive Mädchen in dem beschaulichen Vorort von Houston alles andere als einfach. Die Nachbarschaft beäugt sie und ihren strengen Vater mit Argwohn, und in der Schule wird sie als Araberin verspottet. Doch am beunruhigendsten erscheinen Jasira ihre eigenen Gefühle: ihr plötzliches Gefallen an Playboy-Heften, die erotische Anziehungskraft, die ihr Nachbar, ein gestandener Familienvater, auf sie ausübt, und schließlich die eindeutig sexuellen Angebote ihres Mitschülers ...

Sieben Jahre nach dem Oscar-Gewinn für das Drehbuch von "American Beauty" legte Regisseur und Autor Alan Ball mit dieser Gesellschaftssatire sein Kinofilm-Debüt vor, das er nach dem Roman "Towelhead" von Alicia Erian in Szene setzte. Mit recht bissigem Humor und gelegentlichen Attacken auf das amerikanische Vorstadtleben inszeniert, erinnert Balls Regiearbeit ein wenig an die zeitgleich entstandene Komödie "Juno". In der Hauptrolle der jungen Jasira überzeugt Summer Bishil ("Crossing Over", "Die Legende von Aang"), die sich nicht nur mit ihrem dogmatischen Vater (klasse: Peter Macdissi) herumschlagen muss, sondern auch noch ihre Sexualität entdeckt. Ball hat dies in keiner Weise anzüglich dargestellt, allerdings bleibt dem Zuschauer aufgrund der prächtigen, höchst individuellen Charakterzeichnungen hin und wieder das Lachen im Hals stecken.

Foto: EuroVideo